Droht Internet Kollaps durch newTLDs?!

neue Domainendungen reservieren

Versign LogoVerisign, selbst Betreiber der Registry für dot-com Domains, warnt zum wiederholten Male davor, dass die Integration, von letztlich mehreren hunderten der neuen Internet-Adress-Endungen, die (newTLDs) im Zuge des, sich aktuell in der finalen Phase befindenden, newTLDs-Programm der ICANN, das Internet zum Zusammensturz bringen könnte. Das bedeutende und einflussreiche Unternehmen stützt sich auf einen, neu überarbeiteten, aktualisierten “Verisign Labs Technical Report #11300076 version 2.2“. – Eine Studie, welche, mit Fokus auf die Gesamt-Infrastruktur des Webs gerichtet, sich vor allen Dingen mit den Auswirkungen hinsichtlich Sicherheits- und Stabilitäts-Merkmalen verschrieben hat, bzw. genauer, inwiefern, durch eine Implementierung von hunderten der umworbenen newTLDs, diese tangiert werden und wie sich dies dann auf die Stabilität und Sicherheit des Internets im Gesamten auswirkt.
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Eine Horror-Vorstellung! Sollte es wirklich zu einem solchen Szenario kommen, wie ihn die Versign Domain-Name-System (DNS)-Spezialisten, im schlimmsten Falle prognostizieren, wohl der Internet-Super-GAU. Andere Experten können die Bedenken nachvollziehen und sehen die Gefahr ebenfalls. Zumindest theoretisch; schließlich konnte erneut klar belegt werden, dass bei der so wie aktuell geplanten technischen Umsetzung der neu zu integrierenden newTLDs, Unbekannte, also Unvorhersehbare Dinge passieren könnten, vielleicht werden. Ganz gleich für wie wahrscheinlich der einzelne Experte, einen befürchteten Internet Kollaps auch hält, ein Risiko soll, kann und darf hier nicht in keinem Fall eingegangen werden, der einhellige Tenor der DNS-Spezialisten:

Despite the dire warnings and details, DNS specialists we have spoken to are not concerned

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eignes newtLDsPortfolio jetzt anlegen - unverbindlich!… so heißt es in einem kritischen Artikel auf dot-nxt.com, und einem Kommentar von dot-nxt.com-Autor Kieren McCarthy (“Stumbling in the wrong direction“), der inhaltlich zusammengefasst, die Veränderungen innerhalb der ICANN – man könnte diese wohl auch als zunehmende Erosion bezeichnen – von einer wirklich gemeinnützig handelnden Weltorganisation, zu aller erst, die Belange eines sicher, funktionierenden Internets, hin zu einem von fremden, aber sowie nicht zu zuletzt von seinen eigenen finanziellen Interesse geleitete Verwaltungsgesellschaft. Bloß noch eine Art Verwertungsgesellschaft, die das bisherige Erfolgsmodell des Webs, monetarisiert; sich im Grunde sogar verkauft an den Götze Kapital.

ICANN ignoriert bislang Warnungen vor Internet Kollaps

myICANNVon der ICANN gibt es derweil auf die erneute Versign Warnung, keine Reaktion. Alles scheint so, als ob die ICANN sich ihrer Sache sehr sicher ist und weiter in Richtung eines möglichst schnellen Erreichen des, dann wohl erneut, als “historischer Moment” umjubelten Meilenstein, an dem das newTLDs-Programm, dann endlich umgesetzt ist; oder zumindest die ersten neunen Adress-Endungen erreichbar sind. In den jüngsten ICANN-Pressemeldungen wird gar nicht erst eingegangen auf die Versign-Studie und den daran geknüpften öffentlichen Brief der dot-com-Registry Versign, der an ICANN CEO Fadi Chehadé adressiert wurde.

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Es scheint somit zumindest so, als würde die ICANN, komme was wolle, das newTLDs-Programm durchziehen, ohne Umsicht, die Gefahr von Kollateral-Schäden für das Internet, voll in Kauf nehmend. Vielleicht will die ICANN, sich aber auch lediglich keine weitere Blöße geben und von allen anderen unbemerkt, weil geheim, arbeitend bereits viele eifrige ICANN-Techniker mit Hochdruck an einer Problem-/Gefahrenbeseitigung… – zu hoffen wäre es zumindest, denn ein Kollaps des Internets, könnte tatsächlich die Welt aus den Fugen heben.

new gTLDs Objection Process – Service Provider

Zwar sind new generic Top-Level-Domains (new gTLDs), bei weitem noch nicht im Domain-Name-System des globalen, freien und unabhängigen Netzwerkes Internets, integriert, doch so langsam beginnt die heiße Phase. Ist es dann soweit, werden weit über 1.000 new gTLDs den Domain-Namens-Raum des Internet vergrößern. Kritiker sprechen hier von einem unnötigen, künstlichen Aufblasen; Befürworter oder neutral gestellte Beobachter drängen die ICANN, aufgrund einer kommunizierten, befürchteten Adressenknappheit, bereits seit langem auf ein Erweiterung des Internets mit neuen, größtenteils kommerziellen Endungen und haben dabei natürlich auch die Chancen, welche new gTLDs mit sich bringen fest im Blick. Schon vor der eigentlichen Einführung, wird das Revier daher von nicht wenigen in der Branche, großflächig abgesteckt. Ohne zu wissen ob überhaupt, wann und unter welchen, genauen Voraussetzungen, werden new gTLDs, die ein vielversprechendes Potential versprechen, eifrig registriert.

Einspruch gegen new gTLDs einlegen? – Wer darf Was, Wie & Weshalb?!

new gTLDs Info auf ICANN Projekt-Website objection processBevor es aber endgültig feststeht, wer genau, eine bestimmte der new gTLDs betreiben darf und sich somit am Ende des ICANN Mamut-Projekts (newTLD-Programm) zu den glücklichen Siegern zählen darf, gilt es jedoch, letzte Steine aus dem Weg zu räumen; kleinere und größere! Aktuell, newTopLevelDomains.de berichtete, geht es konkret darum, ob auch alle Bewerbungen korrekt sind, oder ob etwaige Ungereimtheiten bei Bewerbungen oder Bewerbern, um die new gTLDs, auszumachen sind. Daher hat die ICANN, als Herr über Internet und dem gegenwärtigem newTLD-Programm, noch einiges zu prüfen möchte man meinen! – Dem ist auch so, allerdings ist auch die gesamte Öffentlichkeit, weltweit dazu aufgerufen, im Zweifel, Kritik vorzutragen und zu verhindern, dass einige, oder auch nur eine der new gTLDs, in “falsche Hände” gerät.

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Objection Process soll transparent & jedem zugänglich sein, … – soll!

Justicia muss wohl bei manch einer nTLD-Bewerbung entscheiden

In einem letzten Beitrag “NewTLDs Webinar erklärt Einspruchsverfahren“, wurde hier, auf der deutschsprachigen Info & Wissens-Site zu new TLDs, bereits davon berichtet, dass es jetzt endlich in die heiße Phase geht und nun, als eine der hoffentlich letzteren Hürden, (fast) nur noch gilt, der Öffentlichkeit, der Politik als auch der Wirtschaft, die Gelegenheit zu gewähren, gegen einzelne new gTLDs, einen geordneten Widerspruch einzulegen. Schließlich soll ja alles in “gerechten sowie geordnetten Bahnen” von statten gehen – zumindest soll dies so von den Betroffenen so wahrgenommen werden. Die viel gerühmte und gescholtene Transparenz der ICANN! Eine Bewertung dessen, sollte aber besser jedem selber überlassen bleiben…

Die ICANN hat jedenfalls, mit dem new gTLDs Objection Process, ein Verfahren ins Leben gerufen, in welchem einem jeden Erdenbürger, zumindest die theoretische Möglichkeit eröffnet wird, seinen begründeten Protest gegen eine, oder gleich mehrere, der beinahe 2.000 Bewerbungen um new gTLDs, einzulegen. Da das Verfahren, natürlich auch den, von der ICANN längst gewohnten, Transparenz-Gedanken erfüllen soll als auch die Community der Internet-User, bzw. die “allgemeine Öffentlichkeit”, bei der Entscheidung um new gTLDs und der Zukunft des Internets, mit ins Boot nehmen will, soll und muss(!), ist das Einspruchsverfahren, welches sich die ICANN ausgedacht hat, wie vieles in der Vergangenheit auch, gewohnt verschachtelt und insgesamt recht komplex…

new gTLDs Objection Process – übersichtlich präsentiert

Ein wenig stellt sich da natürlich die Frage, ob ein solches Verfahren auch wirklich transparent sein kann und es im Rahmen eines solchen, auch jedem der möchte wirklich möglich ist, von seinen “Einspruchsrecht” Gebrauch zu machen…?! Dem entgegenwirkend, hat die ICANN, neben einem Webinar, auch eine Info-Präsentation veröffentlicht, die das “new gTLDs Objection Process” in Ablauf und Verfahrensweise erklärt. – Maßgeblich beteiligt an der Umsetzung, sind sogenannte ICANN new gTLDs Service Provider, die, je nach Einspruchsart sowie der Berechtigung des Einspruch Einlegenden (nicht Jeder darf gegen Alles Einspruch einlegen) “Protestler”, den potentiellen Ungereimtheiten bei Bewerbungen um new gTLDs, nachgehen sollen.

Newtopleveldomains.de behält für Sie den newTLDs Info Präsentation deutsch objection processDurchblick!

Nachdem im oben bereits erwähntem Beitrag (vom 20. Februar 2013), der erste Teil der “ICANN new gTLDs Objection Process-Präsentation“, ins deutsche übersetzt und leicht umgestaltet, einem Jedem, der sich dafür interessiert angeboten wird, folgt nun der zweite Teil der ICANN-Präsentation zum Thema. Die drei von der ICANN eingesetzten Service Provider stellen sich vor und legen noch einmal der “gemeinen, allgemeine Öffentlichkeit” nahe, wies es geht und was man wo machen muss, bzw. wer der drei, für den vermeintlichen Einspruchsgrund zuständig ist – in Frage kämen:

new gTLDs Objection Process Service Provider auf einen Blick

  • das Intern. Center for Dispute Resolution (ICDR)
  • das WIPO I ADR Arbitration and Mediation Center
  • sowie das Intern. Chamber of Commerce (ICC)

Hier geht es zu den Informationen der new gTLDs Objection Process Service Provider (als chices .docx-Dokument), die newTopLevelDomains.de, aus Gründen einer besseren Übersichtlichkeit, für Sie aus der original ICANN Präsentation extrahiert hat und zu einem eigenen, gesonderten Dokument, im kompatibleren .pdf-Format zur Alternative zum .docx), leicht bekömmlich aufbereitet hat.

NewTLDs Webinar erklärt Einspruchsverfahren

Bereits als die Einführung von newTLDs beschlossen wurde, war man sich im Kreise der obersten Internet-Verwalter, der ICANN, darüber im klaren, dass der Pfad, hin zur endgültigen Einführung der newTLDs, ein steiniger werden würde. Neben der damals, bereits ungefähr abzuschätzenden Masse an Bewerbungen und den damit einhergehenden Verwaltungsaufwand, schließlich muss jede Bewerbung genauestens geprüft werden etc., was alleine schon aus rein organisationstechnischen Gründen eine Herausforderung darstellt. Hinzu kommt dann noch dass Problem, dass die ICANN nicht einfach nach ihrem Gusto werken kann. Die ICANN ist dazu verpflichtet im Sinne der allgemeinen, den Globus längst überspannenden, Internet-Usern zu handeln. Aber auch wirtschaftliche Aspekte spielen im newTLDs Poker mit hinein und auch die politische Klasse hat ob geltenden Rechtes, welches dazu noch in beinahe jedem Land variiert, vollkommen zu Recht, ein schlagkräftiges Wörtchen mit zu reden. Man kann erahnen, dass dies kaum zu schaffen ist, so dass es letztlich jedem recht gemacht wurde.

NewTLDs Info-Präsentation und Webinar

newTLDs Info Präsentation deutsch objection processEin verzwickte Situation für die ICANN, die in ihrem Image ohnehin schon einen nicht allzu guten Ruf in der Öffentlichkeit hat, wenn Sie denn überhaupt bekannt ist. So gilt die ICANN ihren Kritikern, seit je her, lange vor dem aktuellen und sich nun in der Umsetzung befindenden newTLDs Programm, als geldgierige, machtbesessene Institution, die Unabhängigkeit heuchelt. – Also wurde lange an einem Einspruchsverfahren gearbeitet, an dem sich ein Jeder beteiligen kann bzw. konnte, der dies wollte und dem das newTLDs Programm bekannt ist. Bis zum 13. März besteht nun noch die Möglichkeit, seine Einwände zu einzelnen, oder gleich mehreren, umworbenen newTLDs eingereicht werden. Ein nicht wenig komplexer Prozess, dank des mühsam erarbeiteten, versuchend möglichst allen gerecht werdenden newTLDs Einspruchsverfahrens, das eines dieser typischen ICANN-Bürokratie-Monster geworden ist. Da es sich dadurch ein wenig schwieriger gestaltet seinen Protest, Einwand oder seine Kritik an einzelnen newTLDs Bewerbungen anzubringen, hat die ICANN eine Präsentation, welche den genauen Ablauf des newTLDs Widerspruchsverfahrens erklärt, und auf das daran anknüpfende newTLDs Webinar (fand statt am 29. Januar 2013), zum Ablauf und der exakten Verfahrensweise, vorbereitet.

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alle newTLDs “Objection Processs” Infos

Wer das Webinar verpasst hat, dem wird aber wohl auch die dazugehörige Info-Präsentation „new gTLD Objection Process“ Aufschluss gewähren. Zumindest werden hier die wichtigsten Fragen, etwa wer sich, über was genau, überhaupt einlassen bzw. widersprechen darf oder überhaupt kann und wo dies dann möglich ist. – Nur soviel, es gibt drei verschiedene Service-Provider die sich möglichen Einwänden (unterteilt in vier Gruppen) annehmen und auf dann spezifische Weise überprüfen. Gemein haben alle alle Einsprüche die eingereicht werden, dass diese Geld kosten! Immerhin 50.000€ müssen berappt werden, will man überhaupt mit seiner Kritik Gehör finden. Die selbe Summe müssen übrigens dann auch die Bewerber um die umstrittenen newTLDs auf den Tisch legen, wenn sie ihre Bewerbung nicht zurückziehen. Dann heißt es “the winner gets all”, will meinen: Wem letzten Endes Recht zugesprochen wird, bekommt neben seinem Willen auch seine 50.000€ zurück… Alles weitere ist am besten der hier zum Download bereitstehenden, newTLDs Präsentation (in deutsch) zu entnehmen, welches newtopleveldomains.de für sie erstellt hat.

New TLDs – Einspruchsverfahren – Infos by newtopleveldomains.de

Die original ICANN-Version der newTLDs Präsentation zum downloaden: new gTLD Objection Process

newTLDs – Politik vs Umsetzung

Die ICANN veröffentlicht einen Rahmenplan, als Leitfaden zur “Diskussion, um die genauen Modalitäten der Einführung von newTLDs”, der verspricht, Politik und deren Interessen, stärker einzubinden. Zur “newTLDs und deren Einführungs-Diskussion” eingeladen, darf sich aber ein Jeder fühlen und dies ausdrücklich per Kommentar auf der ICANN-Website gerne tun.

logo der für newTLDs zuständigen der CANN Der Zeitpunkt, an dem die ersten neuen Domainendungen (newTLDs) Einzug halten sollen, können und dürfen, in das Domain Name System (DNS) rückt langsam näher. Es wird also höchste Zeit, letzte Brocken aus dem Weg der newTLDs zu räumen und sich auch mit der Politik, deren Interessen, Ängste und Befürchtungen auseinander zusetzen. Bislang geschah dies lediglich in einzelnen Dialogen, kleinere Diskussionsrunden oder bloßen Verlautbarungen einzelner Akteuere, zwecks Wahrung der eigenen Interessen in Sachen newTLDs.Rahmenplan geht auf Wünsche der Politik ein.

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usenext_gratisInsgesamt ist dies natürlich bei weitem nicht ausreichend, für einen elementaren Schritt in Richtung Zukunft, wie er durch die Einführung newTLDs beschritten wird. Da die Interessenbekundungen aus der Politik, mit dem Näherrücken der neuen Domainendungen, zunehmen und sich gleichsam auch der Nachdruck, mit dem den eigenen Interessen Ausdruck verliehen werden soll, verstärkt, musste die ICANN reagieren. Also setzte man sich bei der sogenannten Weltregierung des Internets zusammen, ließ vergangene, bereits mit der Politik geführten Diskussionen Revue passieren und erarbeitete einen Rahmenplan, zwecks geordneter Debattenführung zwischen Politik und der ICANN, bzw. new Top-Level-Domains-Bevollmächtigten.

Im Wesentlichen, ergab das Revue passieren lassen der Einlassungen zu newTLDs, einzelner, politischer Vertreter, folgende Punkte, die nun in dem aufgestellten Rahmenplan schriftlich festgehalten wurden und welcher, – ganz ICANN like -, zu einer offen geführten Debatte/Diskussion, betreffend der Umsetzung des newTLDs Programm einlädt:

  • Mitsprache, wie genau die Umsetzung erfolgt
  • Zeitpunkt der endgültigen Implementierung
  • Umgang mit Divergenzen, betreffend newTLDs Angelegenheiten
  • … hier gibt es den o.g. newTLDs Rahmenplan für NäheresnewTLDs Einführung – Jeder darf noch mal mitmischen

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Natürlich ist auch wieder jeder Einzelne, beginnend mit dem 31. Januar, bis einschließlich den 21. Februar 2013, in typischer, scheinbar demokratischer (ICANN-) Mustermanier, dazu aufgerufen, seine Meinung zu newTLDs, über die ICANN-Plattform, Ausdruck zu verleihen. Gespannt darf man darauf sein, was passiert, wenn die Phase der Einlassungen und Statements endgültig abgeschlossen ist. Dann werden der ICANN erneut zahlreiche Meinungen zu newTLDs und den besten, fairsten und natürlich subjektiv gerechtesten Weg der Einführung von newTLDs vorliegen. Die ICANN muss also nicht mehr tun, als eine eigentlich unlösbare Aufgabe zu lösen und ein newTLDs Paket basteln, was dann allesamt zufrieden stellt…

New TLDs – Bewerber & Konflikte Teil II

Zusammengefasst kann also, im Großen und Ganzen, von fünf verschiedenen Arten von new TLDs gesprochen werden, um die sich beworben wurde. Von diesen fünf, sind für uns vier von größerer Bedeutung, da die sogenannten IDNs, ob der hier fehlenden Relevanz, an dieser Stelle außen vor bleiben sollen:

Unternehmens-/Marken new TLDs

generische new TLDs (inkl. geo)

„Special-Interest“, Community newTLDs

geo TLDs

34 aus Deutschland

769 weltweit

16 aus Deutschland

1029 weltweit

2 aus Deutschland

74 weltweit

7 aus Deutschland

100 weltweit

Außer der in Teil I, letztgenannten new TLDs, die einen regionalen Bezug besitzen und, um die sich nur solche Betreiber bewerben konnten, die eine Art „Zustimmungs-/Unterstützerschreiben“ der entsprechenden Region, Stadt etc. vorlegen konnten, steht noch lange nicht fest, welche new TLDs die Zukunft des Webs mitgestalten und prägen werden. – Für viele new TLDs liegen bei der ICANN nämlich gleich mehrere Bewerbungen vor. Dies ist insbesondere bei den new TLDs der Fall, die einen generischen Namen tragen und damit einhergehend, auch am meisten wirtschaftlichen Ertrag  für den Betreiber (bei Inbetriebnahme) versprechen.

new TLDs Bewerbungen: 1930 eingereicht, 477 Konflikte um 140 new TLDs

So kommt es, dass von den bis zum 11. Juni bei der ICANN eingegangenen 1.930 Bewerbungen um new TLDs, zahlreiche Fälle von Mehrfachbewerbungen, um ein und die selben new TLDs auszumachen sind. Insgesamt sind es 477 Bewerbungen, die sich überschneiden. Diese verteilen sich auf 140 unterschiedliche Namenswünsche, bzw. new TLDs-Bezeichnungen. Konkret bedeutet dies, davon ausgehend, dass alle Bewerbungen, um diese 140,  zumindest doppelt umworbenen new TLDs, den ICANN-Anforderungen (im ICANN Applicant Guidebook festgelegt) gerecht werden und korrekt durchgeführt wurden, dass es um diese new TLDs, die 477 mal umworben werden, Auseinandersetzungen zwischen den Bewerbern geben wird.


1930 alle new TLDs-Bewerbungen bei Bewerbungsschluss (akt.: 1.907 noch vorliegende)
477 Mehrfachbewerbungen/Konflikte drohen
140 betroffene Endungen
617 einfache Bewerbungen (keine Konflikte mit Mitbewerbern)

Mit solchen Fällen wurde natürlich vorab gerechnet und so hat die ICANN für diese Szenarien natürlich auch eine Verfahrensweise festgelegt: Wenn sich die Bewerber, um identische new gTLDs, nicht untereinander einig werden, kommt es zu einem klassischen Bieter-Wettstreit, bei dem derjenige den Betriebszuschlag erhält, der bereit ist, am meisten dafür auf den Tisch zu legen. Klarer Vorteil also für solche Bewerber um new TLDs, die sich auf ein ausreichend vorhandenes, finanzielles Polster, das zur Kampfkasse umfunktioniert werden kann, berufen können.

new gTLDs Mehrfachbewerbung: Einigung oder teurer Kampf bis aufs Letzte?

new TLDs Massenbewerber donuts amazon google

Allerdings sind oder werden, eben jene „finanzstarken Bewerber“, in vielen Fällen, in gleich mehrere Bewerber-Konflikte verstrickt sein, so dass man auch für diese keineswegs eine Art Automatismus bei einem möglichen Zuschlag für die umworbenen new TLDs prognostizieren kann. Zumal auch gerade diese, finanziell gut aufgestellten Bewerber, des öfteren gegeneinander antreten werden müssen. Es warten hier durchaus interessante Bewerber-Duelle, die da beispielsweise google (mit 101 Bewerbungen) (alle google Bewerbungen) oder amazon (mit 76 new TLDs-Bewerbungen) heißen, was alleine in 21 Fällen der Fall ist. – Und dies werden, in der zu erwartenden Schlacht um new TLDs, nicht die beiden einzigen Parteien bleiben. So dürfte es für die beiden genannten, beispielsweise auch mit dem Investment-Konsortium der Donuts Inc. (mit 307 Bewerbungen um new TLDs, die Nummer eins was die Anzahl der Bewerbungen angeht), zu kostspieligen Bietergefechten kommen. Vorstellbar ist aber auch, dass man sich unter Bewerbern anders einig wird. Entweder in Form eines Kuhhandels oder aber auch in so fern, dass man sich dazu entschließt, dass keiner der Konfliktparteien eine bestimmte new TLD betreiben soll und alle Bewerber ihre entsprechende Bewerbung zurückziehen.

Auch gut eineinhalb Jahre nach Bewerbungsschluss, bleibt und wird es also, vielleicht mehr denn jemals zuvor, spannend rund um das ICANN newTLD-Programm, die new TLDs als solche, die Bewerber sowie nicht zuletzt die zukünftige Entwicklung des Webs.

New TLDs – Bewerber & Konflikte Teil I

Nach dem ICANN-Beschluss vom Juni 2011, betreffend der Einführung von new TLDs (neue Top-Level-Domains), ist nicht nur die gesamte Internetbranche in Bewegung. Auch zahlreiche weitere Institutionen, Metropolen, Vereine, Investmentgruppen sowie große bis mittelständische Unternehmen, die bislang kaum tiefer mit dem Web, sieht man von einer möglichen Webpräsenz ab, verzahnt waren, standen plötzlich vor der Frage, wie umgehen mit new TLDs.

Vergleichsweise geringes Interesse an new TLDs von Unternehmen

New TLDs haben bei vielen Unternehmen der Privatwirtschaft, zu leidenschaftlich geführten Diskussionen darüber geführt, ob man von der Möglichkeit, eigene Unternehmens-, oder Produkt- new TLDs, Gebrauch machen soll oder man lieber die Finger von dieser lassen sollte.

umworbene new TLDs - DarstellungKeine einfache Entscheidung für die entsprechenden Entscheidungsträger: Auf der einen Seite das Wissen darum, dass eigene new TLDs, je nach genauer Intension,  eine Menge an Potential, insbesondere auf dem Feld der Unternehmenskommunikation, versprechen; auf der anderen Seite aber auch viel zu wenig Expertise und Wissen über das Medium Internet. Haben einige Unternehmen doch erst kürzlich den Schritt ins Web gewagt, überforderte die Vorstellung, unternehmenseigene new TLDs zu betreiben, dann offensichtlich doch so Einige. Dies ist auch verständlich, denn für wen eine einfache Unternehmens-Website schon ein Meilenstein, der zugleich aber auch ein Buch mit sieben Siegeln bleibt, – was beispielsweise deren genaue technische Funktionsweise betrifft-, darstellt, der wird mutmaßlich auch nicht viel über die ICANN, der genauen Infrastruktur des Webs oder gar new TLDs wissen. – Über die Chancen, die der Betrieb eigener new TLDs theoretisch ermöglicht, schon gar nicht.

Zahlreichen Bewerbungen um  new TLDs von Investoren & Web-Unternehmen

Dennoch lagen der ICANN, nach Schließen des Bewerbungsfenster, immerhin 1.930 Anträge zum Betrieb von new TLDs vor. Vor allen generische TLDs, also beschreibende Adress-Endungen, erfreuten sich regen Zuspruchs, während sich die Nachfrage nach new TLDs, die Unternehmensnamen beinhalten, eher in Grenzen hielt. Bewerbungen um new TLDs, liegen vor allen Dingen von bereits im oder ums Netz herum operierenden Unternehmen, wie Google oder Amazon, um die wohl bekanntesten zwei zu nennen. Viele weitere Bewerbungen um new TLDs liegen von Investorengruppen, -gesellschaften aber auch Vereinen vor. Einige der Bewerbungen lassen reine Spekulationsabsichten vermuten, andere sollen als „Special-Interest-“, oder einfache Community-Plattformen  fungieren und der Netzwelt einen echten Mehrwert bringen.

Geografisch abgesteckte Gebiete & Städte ebenfalls zahlreich vertreten

geografische new tldsKomplettiert wird der Bewerberpool durch „geo(grafische)TLDs“: Städte, Regionen und/oder Bundesländer, die new TLDs nutzen wollen, um der jeweiligen Region, auch ein Gesicht im Web zu geben und regionale Plattformen zu schaffen, die beispielsweise dafür sorgen könnten, den noch weitestgehend brach liegenden regionalen Werbemarkt zu erschließen.

Hinzu zu dem Feld der Bewerber um new TLDs, die dem bislang ausschließlich verwendeten, lateinischen Zeichensatz nicht entsprechen. Also new TLDs die künftig in chinesischen oder arabischen Zeichen zur Verfügung stehen sollen. Diese, als IDNs bezeichnete new TLDs, sollen an dieser Stelle jedoch nicht eingehender  betrachtet werden, da , mit Blick auf unseren Kulturkreis, die Relevanz für uns eher gering sein wird.

zweiter Teil folgt (ab morgen um 8:00 Uhr)

new gTLD (dot)taxi – Berliner will Zuschlag

Mit der Taxi Pay GmbH hat sich, neben zwei weiteren Bewerbern, auch ein deutsches Unternehmen um die new gTLD (neue generische Top-Level-Domain) (dot)taxi (“.taxi”) beworben. Nun gilt es für die Berliner Bewerbungsgesellschaft die Mitbewerber, um die new gTLD .taxi, im anstehenden Bieter-Verfahren auszustechen oder sich untereinander auf andere Art und Weise zu einigen. Letzteres scheint eher ein Wunschtraum zu bleiben, denn die insgesamt drei Mal umworbene new gTLD .taxi, verspricht jede Menge sich vergolden lassendes Potential für den, der den Zuschlag der ICANN zum Betrieb der .taxi-Domain-Endung letzten Endes erhält.

Symbolbild für new gTLD (dot)Taxi

Dass sich die Mitwettbewerber der Berliner Taxi Pay GmbH, im Kampf um die new gTLD .taxi kampflos geschlagen geben, scheint viel mehr absolut utopisch. Und da sich die Taxi Pay GmbH ausschließlich um die new gTLD .taxi beworben hat, kann diese auch keinen Kuhhandel anbieten, wie ihn zur Zeit einige der Massenbewerber untereinander ausmachen. – Bewerbung für (dot)bla nicht weiter verfolgen, wenn dafür dann (dot)blup kampflos überlassen wird… etc.

Zuschlag um new gTLD (dot)taxi könnte kostspielig werden

Der Dritte im Bunde der Bewerber, um die new gTLD .taxi, ist ein weitestgehend unbeschriebenes Blatt und wirft mit seiner eingereichten Bewerbung einige Fragen auf. Die .dot Taxi Limited ist ein eigentlich britisches Unternehmen mit Sitz in Gibraltar, heute Zufluchtsort für vermögende Brieten, des Steuersparens wegens. Das Konzept der Brieten, zum Betrieb der new gTLD .taxi, welches jeder Bewerber um eine der new gTLD bei der ICANN einreichen musste (siehe unten), lässt aber nicht wirklich ein tragfähiges Geschäfts- oder Betreibermodell hinter der Bewerbung um die (dot)Taxi-TLD erkennen. Mutmaßlich handelt es sich hier um den Versuch von Finanz-Investoren, sich die new gTLD .taxi zu sichern, in der Folge auszuschlachten und auf diese Weise  auch von der Domain-Namens-Erweiterung im Web zu partizipieren. Ob man sich ohne wirkliches Konzept auf einen Bieterwettstreit mit der Pine Falls Inc. und der Taxi Pay GmbH einlässt ist zwar denkbar, doch die Chancen, dass es zu einem Rückzieher kommt, sind durchaus gegeben und eher wahrscheinlicher.

Logo der .taxi new gTLD Bewerber donuts Inc.

Die Frage, ob es der Taxi Pay GmbH gelingen wird, im Bieter-Verfahren den nötigen, langen Atem und vor allen Dingen die dazu erforderlichen liquiden, finanziellen Mittel aufweist, wird spannend sein zu beobachten. Gegner und Mitbewerber um die new gTLD .taxi, ist mit der Pine Falls, LLC aus Bellevue, Nebraska, ein Unternehmen, dass man zur Donuts Inc. zählen kann; jenem, im Zuge des ICANN new gTLD-Programm aus der Taufe gehobenen (Investment-) Unternehmen, dass sich um nicht weniger als 307 der neuen Endungen bei der ICANN beworben hat. Ob man dem, was Donuts bei seinen Investoren an Kapital eingesammelt hat und auch weiterhin eifrig zur Füllung der „Kriegskasse im Wettstreit um die new gTLDs“ einsammelt, Paroli bieten kann, ist eigentlich nicht vorstellbar. Als realistische Hoffnung könnte jedoch geltend gemacht werden, dass sich die Donuts Inc., durch einige seiner 307 eingereichten Bewerbungen finanziell bereits so sehr verausgaben muss, dass im Zweifel von der Bewerbung um die new gTLD .taxi Abstand genommen wird. Eine wohl nur wage Hoffnung, die sich aber dadurch nähren dürfte, dass die new gTLD .taxi mit Sicherheit nicht ganz oben auf der new gTLD-Wunschliste der Amerikaner angesiedelt.

Tragfähigstes Konzept von Pay Taxi GmbH vorgelegt – ob das reicht?

Der letztlich einzige Bewerber mit einem wirkliche vielversprechenden und in sich schlüssigem Konzept zum Betrieb der new gTLD .taxi, ist die von Hermann Josef Waldner geführte Taxi Pay GmbH. Die Frage ist, ob der erfahrene Unternehmer Waldner, der bereits seit Jahren tief in der Taxi-Branche verwurzelt ist, genügend Kapital aufbringen kann und ob finanzstarke Investoren akquiriert werden können, die an einen Erfolg des vorgelegten new gTLD Betriebskonzept der Taxi Pay GmbH glauben. – Denn die “.taxi (Bieter-)Kampfkasse sollte, vor dem Beginn des anstehenden new gTLD Bieter-Duells, selbstredend mit ausreichend Kleingeld gefüllt sein, um zumindest die wage Hoffnung auf den Zuschlag am Leben zu halten.

Dass der Visionär Waldner genügend Expertise mitbringt, um bei einem möglichen Zuschlag das Projekt der new gTLD .taxi zum Erfolg zu führen, belegen seine unternehmerischen Leistungen aus der Vergangenheit, was auch mögliche Investoren im Zweifel überzeugen sollte. Immerhin ist Hermann Josef Waldner Chef von gleich vier Taxizentralen, gehört damit zu Europas größten Betreibern dieser Art und hat unter anderem mit einer innovativen TaxiApp sowie durch seine Beteiligung an dem europaweit agierenden Taxi-Netzwerk Taxi.eu (gemeinsam mit der Wiener FMS Austrosoft), die mehr als 40.000 Taxen in 60 europäischen Metropolen, mit weit über 120.000 einzelnen Fahrern koordiniert. Die Bewerbung um die new gTLD .taxi scheint da nur konsequent und wird, falls der Zuschlag zum Betrieb erteilt wird, dann zu sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch ein Erfolg – alles andere würde verwundern.

newTopLevelDomains.de wünscht jedenfalls viel Erfolg bei dem anstehenden Biet-Verfahren und würde es, dem durchaus als Visionär zu bezeichnetem Waldner, mehr als jedem der beiden anderen Bewerber um die new gTLD .taxi mehr als gönnen.

Hier noch die bei der ICANN, durch die drei genannten new gTLD Bewerber um die Endung .taxi, eingereichten Konzepte zum Betrieb der umworbenen new gTLD: 

New gTLDs Vereinigung verlangt Antworten

Die New gTLD Applicant Group (NTAG)  setzt die ICANN mit einem offenen Brief unter Druck und verlangt Erklärungen zu den bisherigen Zeitverzögerungen rund um die Einführung der neuen generischen Top-Level-Domains (new gTLDs). 

Brief in Sachen new gTLDs an ICANNDer Brief wurde laut Datumszeile im Briefkopf bereits am 21.12.2012, von der Vereinigung und Interessensgemeinschaft von Bewerbern um die new gTLDs  an die Generalmanagerin der ICANN, Frau Christine Willet, zuständig für das new gTLDs Programm, gesendet.

new gTLDs & Verzögerungen

Zunächst bedankt sich die Vereinigung um die new gTLDs Bewerbern noch bei der ICANN und gratuliert dabei für die erfolgreich abgeschlossene „Draw Phase“ des new gTLDs Projektes. Anschließend folgt dann aber über eine Din-A4-Seite Kritik. Im Fokus hier insbesondere die Tatsache, dass sämtliche Zeitpläne die sich die ICANN vorgenommen hat, nicht erreicht wurden und dass man weit hinter dem eigentlichen new gTLDs Gesamtzeitplan hinter her hängt. Unter- und belegt wird dies mit einer Auflistung der nicht erreichten Meilensteine in der nahe zurückliegenden Vergangenheit.

Die Kritik ist verständlich, schließlich geht es für die Bewerber um new gTLDs ums Geschäft. Und jede Verzögerung kostet letztlich zusätzliches Geld. Daher verlangt man Erklärung zu jedem einzelnen Punkt und sieht dabei die ICANN in der Pflicht diese abzuliefern; und zwar recht zügig, bis zum 09.01.2013.

20 vs. 100 new gTLDs? – NTAG verlangt Klarheit

sieht 100 new gTLDs pro Woche machbarDer wichtigste Punkt und wohl die eigentliche Frage die durch das Schreiben der new gTLDs Bewerbergemeinschaft beantwortet werden soll ist, wie es dazu kommt, dass die ICANN angibt lediglich rund 20 new gTLDs pro Woche bearbeiten und ins DomainNameSystem (DNS) einpflegen könne, während aus einer offenen Korrespondenz zwischen der IANA, der US-Telekommunikations- und Informationsbehörde (NTIA) sowie der Aktiengesellschaft VerSign Inc. (u.a. com-, .net-, .name-, .tv-Registrar) davon die Rede ist, dass rund 100 möglich und machbar wären. Stutzig macht hier vor allem der gewaltige Unterschied. Dies schreit gerade zu nach einer Erklärung, zumal die ICANN bei ihrer Angabe von nur 20 pro Woche, auch technische Gründe bei der Implementierung der new gTLDs im DNS-Root-System angibt.

Bleibt ICANN Herr des new gTLDs Verfahren?

Man darf gespannt sein auf die Antwort der ICANN, die ja dann spätestens am 09.01.2013 im Büro der new gTLDs Interessensvertretung einflattern sollte. – Und lachender Dritter könnten VeriSign sein, die dann in letzter Konsequenz, zur Beschleunigung der Verfahrens eingesetzt werden, was ein lukratives Geschäft zu werden verspricht. Zufall ist dies wohl nicht; bislang hat sich die ICANN bei dem Gedanken die Kontrolle über die letzte Phase des new gTLD-Projektes an Private abzugeben nicht so recht anfreunden können. Und dies aus guten Gründen! Doch mit zunehmenden Druck ist wohl nur allzu wahrscheinlich, dass die ICANN einknicken wird. – Schließlich hat man das Netz durch das new gTLDs Programm quasi bereits an die private Wirtschaft verhökert, steht in der Pflicht und muss vor allen Dingen endlich anfangen zu liefern. Sonst könnte es ungemütlich werden für die globale Internet-Verwaltungs-Organisation ICANN.

Update 14.01.2012

Bislang hat die ICANN noch nicht reagiert (zumindest nicht öffentlich). Ob die new gTLDs Vereinigung eine persönliche Antwort erhalten hat ist nicht bekannt!

.cat – fallen Cross-Ownership-Beschränkungen?

Der Betreiber der regionalen Top-Level-Domain .cat sieht sich zukünftig im Nachteil gegenüber neuer Top-Level-Domains und ersucht daher bei der ICANN um Aufhebung von Cross-Ownership-Beschränkungen.

.cat die Website des BetreibersFundació puntCAT, Betreiber der katalanischen Top-Level-Domain .cat, unter der rund 52.000 Domains registriert sind (Stand Dez. 2011), fordert die Beseitigung der sogenannten Cross-Ownership-Beschränkungen (Kapitalverflechtungs-Beschränkungen), die in dem Vertragswerk zum Betrieb der gesponserten Top-Level-Domain .cat am 23. September 2005 zwischen ICANN und Fundació puntCAT festgeschrieben wurden.  Zum .cat Betreiber-Vertrag.

.cat eine Art Präzedenzfall

Eingereicht wurdeder Antrag gem. des  “Verfahren zur Bearbeitung von Anträgen zur Entfernung von Cross-Ownership Beschränkungen für Betreiber von bestehenden gTLDs”  (“Process for Handling Requests for Removal of Cross-Ownership Restrictions on Operators of Existing gTLDs”). Es ist der erste Änderungsantrag in Sachen Aufhebung von Cross-Ownership Beschränkungen, was die Casa .cat zu so etwas wie einen Präzedenzfall macht.  – Möglich macht dies der ICANN-Beschluss 2011.0620.01. Diesem folgend wird der eingereichte Änderungsantrag der Fundació puntCAT nun seinen vorgeschriebenen Gang gehen. So genau sieht es das ICANN Änderungs-Verfahren vor…

Öffentliche Kommentierung im Fall .cat

Bevor es aber zu einer Entscheidung über den Antrag der Fundació .CAT kommt, muss sich der Änderungswunsch jedoch noch einer öffentlichen Kommentierung stellen, da sich der ICANN wettbewerbsrechtliche Fragen stellen. Für diesen Fall sieht der erwähnte ICANN-Beschluss eine öffentliche Kommentierung vor. Kritiker sowie Befürworter, also ein Jeder der für oder wider den eingereichten Antrag der katalanischen Fundació puntCAT im Ganzen, aber auch in einzelnen Details ist, kann dies in diesem Rahmen öffentlich kundtun. Wenn die ICANN dann über den Änderungsantrag zu der gesponserten .cat Top-Level-Domain entscheidet, sind die eingereichten Kommentare nicht unwesentlich für die letztliche Entscheidung.

Fundació .CAT will auf Augenhöhe bleiben

logo der Fundació .cat

In dem eingereichten Aufhebungsantrag zu der Cross-Ownership-Beschränkung der gesponserten Top-Level-Domain .cat, argumentiert der Betreiber, Fundació .CAT, sich im Nachteil gegenüber Betreibern neuer generischen Top-Level-Domains zu befinden, wenn diese online gehen. Schließlich gibt es hier keine Cross-Ownership-Beschränkungen. Bei vielen Bewerbern ist es viel mehr so, dass Cross-Ownership Geschäftsmodell ist. Mit dem Antrag möchte man bei der Fundació .CAT sicherstellen, sich im Wettbewerb mit den Neuen zumindest auf Augenhöhe zu befinden.

 

Neue Domainendungen: google vs Amazon

Sowohl der Suchmaschinen-Gigant google, als auch das größte Online-Kaufhaus im Web, Amazon, haben sich auf zahlreiche neue Domainendungen beworben. Insgesamt haben sich beide Unternehmen zusammen gerechnet auf 177 neue Domainendungen beworben. Dabei bewirbt sich google um 101, amazon um 76 neue Domainendungen. In gleich 22 Fällen liegt der ICANN, als letztlich entscheidende Institution in Sachen neue Domainendungen, eine Bewerbung von Amazon als auch google vor.

Bieter-Wettstreit um neue Domainendungen

Neue Domainendungen - Wettstreit google vs amazonGemäß dem ICANN Bewerberhandbuch, welches die Regularien zu den Bewerbungen um neue Domainendungen, die Vergaberichtlinien und alles sonstige was es sonst so braucht, um neue Domainendungen möglichst reibungslos einzuführen, festlegt, wird es wohl zu einem Wettstreit der beiden Internet-Giganten kommen. Ein Wettstreit der letzten Endes von dem gewonnen wird, der mehr Geld auf den Tisch der ICANN, für die neue Domainendungen die umworben wird, legt.

Für die ICANN könnte und wird sich dies wohl als ein äußerst lukratives Geschäft erweisen. Schließlich haben beide Bieter eine Menge monetärer Reserven und zeigen sich gerüstet um den Kampf um neue Domainendungen gegeneinander auf zu nehmen. Da hinter den meisten Bewerbungen um neue Domainendungen ein großes Interesse nebst neuer Geschäftsmodelle der beiden Internet-Konzerne steht, wird hier keiner der beiden allzu schnell klein bei geben. Insbesondere neue Domainendungen wie .shop oder .music, .book, .store etc. versprechen für die Zukunft einiges an Potential, wenn sich einer der beiden Giganten diese unter den Nagel reißen und mit ihrem gegenwärtigen Geschäftsmodell verbinden.

Neue Domainendungen nicht exklusiv für google & amazon

Außerdem gibt es ja auch noch zahlreiche weitere Bewerber um neue Domainendungen, die ebenfalls eine Bewerbung bei der ICANN, um eine der auch von google und amazon beworbenen neuen Top-Level-Domains, eingereicht haben. So wird beispielsweise Massenbewerber Donuts Inc. in nicht wenigen Fällen ein Wörtchen mitreden wollen.

Hier die Liste (neue Domainendungen), um welche es zu einem Duell zwischen google und Amazon kommen wird:

.app  .book  .cloud  .dev  .drive 

.free  .kame  .kid  .kids  .mail .map  

.movie  .music  .play  .search  .shop 

.show  .spot  .store  .talk  .wow  .you

Natürlich könnte man sich auch im Vorfeld einigen, was für alle Seiten, bis auf die der ICANN, die von möglichen, hochpreisigen Bieterwettstreiten, um neue Domainendungen profitieren wird. Mutmaßlich wird man aber zunächst mal abwarten bis es dann soweit ist und darauf setzen, dass eventuelle Dritt- und Viertbieter ihre Bewerbung, mit Blick auf die finanzkräftigen Mitbewerber aus Luxemburg (amazon) und Kalifornien (google) zurückziehen.

Neue Domainendungen – friedliche Einigung?!

So könnte man sich in einigen Fällen beispielsweise darauf einigen, dass keiner eine bestimmte, von beiden Seiten umworbene neue Domainendung bekommt. Somit würde man zumindest sicher stellen, dass kein neues Geschäftsmodell eines Dritten an der Marktmacht der beiden quasi Web-Imperialisten wackelt. Viele vermuten ohnehin, dass eine ganze Menge von Bewerbungen um neue Domainendungen nur aus dem Grund des nicht die Entwicklung verschlafen zu wollen eingereicht wurden.

nTLDs – Google & Amazon im Duell um 21 nTLDs

Mit google und amazon haben sich zwei big Player des Internets auf die Erweiterung des DNS mit nTLDs gestürzt wie kaum andere Konzerne. EIn Suchmaschinengigant und ein Shoppingmogul wollen das Web als unter sich aufteilen?!

googel vs Amazon Kampf um nTLDsDer Suchmaschinengigant google bewirbt sich mit dem eigens zu diesem Zweck gegründeten Tochterunternehmen Charleston Road Registry Inc. auf 101 nTLDs; das erste erfolgreiche Online-Warenhaus amazon bewirbt sich aus dem Luxemburg heraus auf immerhin 76 der nTLDs. 21 mal liegen der ICANN Bewerbungen von beiden Internet-Konzernen vor. Alleine Massenbewerber Donuts kann dies noch mit den 307 Bewerbungen um nTLDs die das Unternehmen eingereicht hat überbieten.  Hier spielt bei einigen Bewerbungen also noch ein Dritter, kommender Internet-Gigant mit im Zuschlagskampf um nTLDs.

Natürlich haben sich die großen zwei Internet-Giganten auch auf zahlreiche der nTLDs beworben, die auch die Konkurrenz gerne sein Eigen nennen würde.

Dies dürfte bei so manch einer nTLD zu einem interessanten Bieterwettstreit führen. Schließlich treffen hier zwei mehr als solvente Bieter aufeinander. Den Zuschlag für eine nTLD erhält nämlich letztens derjenige, der die meiste Kohle auf den Tisch legt für die mehrfach beworbene nTLDs. Für die ICANN dürfte dies ein sehr lukratives Geschäft werden.

Hier die Liste aller google (links) & amazon (rechts) Bewerbungen um nTLDs

google . ADS . AMAZON amazon
google . AND . APP amazon
google . ANDROID . AUDIBLE amazon
google . APP . AUTHOR amazon
google . ARE . AWS amazon
google . BABY . BOOK amazon
google . BLOG . BOT amazon
google . BOO . BOX amazon
google . BOOK . BUY amazon
google . BUY . CALL amazon
google . CAL . CIRCLE amazon
google . CAR . CLOUD amazon
google . CHANNEL . COUPON amazon
google . CHROME . DEAL amazon
google . CLOUD . DEV amazon
google . CORP . DRIVE amazon
google . CPA . FAST amazon
google . DAD . FIRE amazon
google . DAY . FREE amazon
google . DCLK . GAME amazon
google . DDS . GOT amazon
google . DEV . GROUP amazon
google . DIY . HOT amazon
google . DOCS . IMDB amazon
google . DOG . JOT amazon
google . DOT . JOY amazon
google . DRIVE . KIDS amazon
google . EARTH . KINDLE amazon
google . EAT . LIKE amazon
google . ESQ . MAIL amazon
google . EST . MAP amazon
google . FAMILY . MOBILE amazon
google . FILM . MOI amazon
google . FLY . MOVIE amazon
google . FOO . MUSIC amazon
google . FREE . NEWS amazon
google . FUN . NOW amazon
google . FYI . PAY amazon
google . GAME . PIN amazon
google . GBIZ . PLAY amazon
google . GLE . PRIME amazon
google . GMAIL . READ amazon
google . GMBH . ROOM amazon
google . GOO . SAFE amazon
google . GOOG . SAVE amazon
google . GOOGLE . SEARCH amazon
google . GUGE . SECURE amazon
google . HANGOUT . SHOP amazon
google . HERE . SHOW amazon
google . HOME . SILK amazon
google . HOW . SMILE amazon
google . INC . SONG amazon
google . ING . SPOT amazon
google . KID . STORE amazon
google . LIVE . TALK amazon
google . LLC . TUNES amazon
google . LLP . TUSHU amazon
google . LOL . VIDEO amazon
google . LOVE . WANGGOU amazon
google . MAIL . WOW amazon
google . MAP . YAMAXUN amazon
google . MBA . YOU amazon
google . MED . YUN amazon
google . MEME . ZAPPOS amazon
google . MOM . ZERO amazon
google . MOTO . 亚马逊 amazon
google . MOV . 家電 amazon
google . MOVIE . 通販 amazon
google . MUSIC . 食品 amazon
google . NEW . アマゾン amazon
google . NEXUS . クラウド amazon
google . PAGE . ストア amazon
google . PET . セール amazon
google . PHD . ファッション amazon
google . PLAY . ポイント amazon
google . PLUS . 書籍 amazon
google . PROD
google . PROF
google . RSVP
google . SEARCH
google . SHOP
google . SHOW
google . SITE
google . SOY
google . SPOT
google . SRL
google . STORE
google . TALK
google . TEAM
google . TECH
google . TOUR
google . TUBE
google . VIP
google . WEB
google . WOW
google . YOU
google . YOUTUBE
google . ZIP
google . 谷歌
google . みんな
google . グーグル

 

nTLD-Bewerbungen – Kommentarfunktion geschlossen, Arbeit beginnt

Nach dem Schließen des Kommentarfenster zu nTLD-Bewerbung, beginnt die Nachlese langsam Fahrt auf zu nehmen. Nimmt man die zahlreichen Kommentare ernst (so sollte es sein) und setzt sich mit diesen gründlich auseinander, dürfte so manch eine nTLD-Bewerbung wohl niemals über den Status der nTLD-Bewerbungen hinaus kommen.

Nachdem die ICANN das Kommentarfenster zu nTLD-Bewerbungen um zusätzliche 60 Tage verlängert hat, ist die Möglichkeit für jeden seine Meinung und Kritik in Form eines Kommentars zu den einzelnen nTLD-Bewerbungen zu posten nun passé. Seit dem 26. September sind keine Kommentare, zumindest von der breiten Öffentlichkeit mehr , mehr möglich. Eine Tatsache die die ICANN und vieler Unternehmen die ihre nTLD-Bewerbungen eingereicht haben begrüßen dürften. Denn, dass der ICANN und einzelnen nTLD-Bewerbungen dann so viel Kritik, die in Kommentarform für die Ewigkeit und jeden einsehbar verewigt, entgegenweht, damit hat wohl kaum jemand gerechnet; beziehungsweise wollte vielmehr vorher keiner rechnen.

Wie umgehen mit Kommentaren zu nTLD-Bewerbung?

Das es Kritik geben würde rund um einzelne nTLD-Bewerbungen war eigentlich klar und hat sich schon im Vorhinein abgezeichnet. Genauso wie sich nun abzeichnet, dass der gerade neu veröffentlichte Zeitplan (link) wohl erneut wieder über den Haufen geworfen werden muss. – Alles andere als eine verzögerte Abarbeitung der nTLD-Bewerbungen aufgrund von Kommentaren die zumindest gesichtet und bewertet werden müssen, würde verwundern.

Die Gretchenfrage die es jetzt Seitens der ICANN hinsichtlich der zahlreich kommentierten nTLD-Bewerbung zu beantworten gilt ist wohl, wie die ICANN nun mit diesen umgeht. Auch könnten gerichtliche Auseinandersetzungen zwischen Bewerbern und Kritikern sowie Mitkonkurrenten auf dem Markt und auch um ein und dieselbe nTLD.

nTLD-Bewerbungen – Applicants Guidebook unbrauchbar?

Es zeigt sich dass trotz aller Bemühungen nTLD-Bewerbungen durch das Applications Guidebook, dem Bewerberhandbuch der ICANN wasserdicht zu machen nicht zieht. Das Applicants Guidebook der ICANN ist zwar nicht komplett unbrauchbar aber zumindest verfehlt es das eigentliche Ziel. Letztlich ist dieses nur zu einem Ausschuss-Kriterium verkommen, das nicht mehr als eine erste Hürde darstellt und nicht wie geplant als Grundlage zu einer schnellen Bewertung taugt um dann die nTLD-Bewerbungen geprüft und für tauglich befunden durch winken zu können. Eigentlich ein netter Gedanke aber mindestens genauso naiv.

Zumal auch einige, und dies von allen Seiten, sei es die Konkurrenz, diejenigen die nTLD-Bewerbungen eingereicht haben und abgelehnt wurden oder deren nTLD-Bewerbungen im abschließenden Bietergefecht unterlegen waren, einzelne Staaten und Interessensgruppen, den Gang bis vor den Kadi nicht scheuen werden. Dies könnte und wird zusätzliche, nicht eingeplante Zeit und Ressourcen erfordern; sprich: es wird sich wohl noch was hinziehen bis nTLD-Bewerbungen zu Fixpunkten im DNS geworden sind und angesurft werden können.

nTLD-Bewerbungen – nicht alle Kommentare nachvollziehbar

Sind hier einige kritischen Einlassungen in Kommentarform unter den nTLD-Bewerbungen durchaus nachvoll ziehbar, sind andere recht zweifelhaft und wirken eher als Vorwand um die Konkurrenz auszuschalten. Schließlich geht es um Milliarden und da hört in der Geschäftswelt bekanntlich jeder gute Umgang miteinander auf. Da wird verwirrt, getrickst, getäuscht. Unter dem Einsatz aller Möglichkeiten. Eine geschickt agierende PR-Abteilung kann da einiges möglich machen um ein gewünschtes Ergebnis zu erzielen.

Nachdem zahlreiche Unternehmen die Einführung neuer ToPLevelDomains weitestgehend ignoriert haben oder zumindest den Eindruck erweckt haben sich nicht für die eingereichten nTLD-Bewerbungen zu interessieren, wird nun beklagt dass einige eingereichte nTLD-Bewerbungen wie ein Begriffs- und somit Suchwortmonopol wirken könnten. Dem ist wohl auch so: Wenn sich amazon beispielsweise bei der nTLD-Bewerbung um .books durchsetzt, hat der Web-Gigant amazon ein Exklusivrecht die Endung und somit in gewisser Weise auch auf den Begriff „Books“.

Donuts kein Geld für nTLD .delivery?

Der United State Postal Service (USPostal) fährt im Kampf um nTLDs eine erste Attacke gegen den Mitbewerber Donuts Incorporation, was dem aufmerksamen DomainNameWire-Blog nicht verborgen geblieben ist, für ein schmunzeln sorgt und folglich auch sofort vermeldet wurde.

Das US-Post Unternehmen nutzte die Möglichkeit Bewerbungen um nTLDs zu kommentieren um dem Konkurrenten um die neue Top-Level-Domain .delivery die finanzielle Stärke abspricht um, wenn Donuts tatsächlich bei allen nTLDs auf die sich das Unternehmen beworben hat den Zuschlag erhält, einen sicheren Betrieb der nTLD .delivery zu gewährleisten. Insgesamt hat sich die Donuts Inc. auf 307 nTLDs beworben und dafür vorab einen Kapitalstock von rund 100 Millionen US-$ zusammen getragen.

nTLD .delivery: USPostal vs Donuts

Aus Sicht des Konkurrenten USPostal um .delivery kann Donuts einen sicheren Betrieb aller nTLDs auf die sich beworben wurde, mit der bislang zusammen getragenen Kapitaldecke nicht sicher stellen.

ntld kommentar von USpostal unter nTLD Bewerbung von DonutsHier der Kommentar des Mitbewerbers USPostal unter der nTLD Bewerbung von Donuts auf .delivery der mit dem Betreff „Insufficient Capital for 307 gTLDs“ aufmacht:

Comments are made on behalf of the United States Postal Service. Applicant’s answers to questions 6, 18 and others indicate that it is associated with Donuts Inc. (“Donuts”), which has applied for 307 gTLDs through numerous limited liability companies. Donuts has claimed to have raised $100 million as of June 2012. See http://www.donuts.co/images/stories/donuts_launch_release.pdf. On its website, Donuts describes itself as “well-resourced by substantial funding from multi-billion dollar private equity and venture capital funds.” See http://www.donuts.co/index.php?option=com_content&view=article&id=1&Itemid=5. Its investors include Austin Ventures, Adams Street Partners, Emergence Capital Partners, TL Ventures, Generation Partners, and Stahurricane (Paul Stahura’s investment fund), and it has obtained a senior secured revolving credit facility with Comerica Bank. See http://www.donuts.co/images/stories/donuts_launch_release.pdf.

If Donuts is granted each of the 307 gTLDs it applied for, its $100 million in capital will likely not be sufficient to manage all of the gTLDs over the course of ten years. Letters of credit notwithstanding, the community estimates that it will cost approximately $2-3 million to run each gTLD for the ten years to which applicants commit. Thus, if Donuts is granted all 307 gTLDs, there is a question whether its costs, which could be in the range of $600-900 million, may be significantly more than Donuts is able to raise while keeping all 307 gTLDs fully operational. A high failure rate among such a large number of TLDs may be expected to decrease consumer confidence in the Internet.

 

Naiver und hilflos wirkender Versuch von USPostal

Die Absicht die hinter dem Kommentar von USPostal steckt liegt klar auf der Hand: Man möchte sich einen unliebsamen Mitstreiter im Kampf um die nTLD .delivery vom Halse schaffen. Ist das Motiv noch verständlich, scheint der Versuch dies über einen Kommentar zu erledigen beinahe schon amüsant. Man könnte wohl auch von einem verzweifelten Versuch sprechen, die eigene Unterlegenheit im Kampf um die nTLD .delivery zu verschleiern und auf diesem Wege zu versuchen Donuts zu ängstigen und zu einem Rückzug von einigen Bewerbungen um nTLDs, speziell der nTLD .delivery, zu bewegen.

Kommentar zu nTLD Bewerbung auf Twitter: USP in 5 Jahren 25 Milliarden VerlustDas man bei USPostal wirklich daran glaubt, dass dies zielführend sei, ist kaum vorstellbar und lässt eine gewisse Hilflosigkeit im Kampf um eine nTLD erahnen. Auch die Tatsache, dass der Kommentar erst kurz vor Schließens des Kommentierungsfensters zu den jeweiligen Bewerbungen um eine nTLD am 26.09.2012 erfolgte, spricht nicht für dire Stärke von USPostal, sondern viel mehr wie das ziehen der letzten Option verbunden mit der äußerst wagen Hoffnung, vielleicht doch etwas erreichen zu können und Donuts zu einem Rückzug im Fall von .delivery zu bewegen. Denn mit der eigenen Finanzstärke sieht es bei USPostal alles andere als rosig aus: In den vergangen Jahren wurden stets Verluste erwirtschaftet, die kumuliert einen Betrag von 25 (!) Milliarden US-$ ergeben.

100 Millionen US-$ in Donuts nTLD-Topf nur der Anfang

USPostal sollte eigentlich wissen, dass der nTLDs Bewerber Donuts, der explizit zu dem Zweck sich auf nTLDs zu bewerben gegründet wurde, auf höchster Ebene mit Top-Experten und Internet erfahrenen Führungspersönlichkeiten besetzt ist, die schon wissen worauf sie sich einlassen. Wenn Donuts sich auf 307 nTLDs bewirbt, kann man wohl ziemlich sicher sein, dass das Unternehmen auch ein Konzept hat, im besten Falle alle betreiben zu können und sogar noch dabei verdienen wird. Es kommt hinzu, dass schon lange bevor Donuts auch nur einen einzigen Zuschlag auf nur eine einzige nTLD in der Tasche hat, immerhin schon 100 Millionen US-$ zusammentragen konnte. Besteht erst einmal Sicherheit über den Zuschlag der ein oder anderen nTLD, wird es wohl ein leichtes sein das nötige Kapital auf zubringen.

Gegenwind für Corporate nTLDs aus US-Staat Delaware

Der Staatssekretär des US-Bundesstaat Jeff Bullock nutzt die öffentliche Kommentierungsfrist des ICANN newTopLevelDomains (nTLDs)-Programm um seine Bedenken zu nTLDs, die Unternehmensbezeichnungen und, oder Gesellschaftsformen von Unternehmen zum Gegenstand haben. nTLDs wie .Inc, .Corp, .Ltd  et cetera müssten, so diese nTLDs wirklich genehmigt werden, müssten mit ausreichend Restriktionen belegt werden, damit die Corporate nTLDs nicht missbräuchliche Verwendung erfahren werden.

Bewerbungen zu Corporate nTLDs zu wage

Der US-Staatssekretär des US-Bundesstaates Delaware, an der Ostküste der USA gelegen, führt aus, dass keiner der umworbenen Corporate nTLDs von ihren Bewerbern vollständig und zu genüge durchdacht seien. So seien die Pläne die der ICANN zu den einzelnen Corporate nTLDs von den Bewerbern vorgelegt allesamt viel zu wage und vor Allen Dingen viel zu wenig transparent sei.

Bullock stellt heraus dass es bislang kein schlüssiges und überzeugende Sicherheitssystem gäbe, dass einen Rechtsschutz gemäß des Markenschutzes gewährleistet. Dieses fehlen von Sicherheitsstandards bei den Bewerbungen auf Corporate nTLDs, öffne Betrügern und Kriminellen Tor und Tür. Schließlich hat die Öffentlichkeit zu Recht Vertrauen und weiß wo sie dran ist (z.b. bei Haftungsfragen, Unternehmensform…) in Unternehmensbezeichnungen  wie llc, corporate, llp, Inc sarl srl oder auch die deutsche GmbH (Insgesamt sind es mehrere Dutzend Bewerbungen auf Corporate nTLDs). Ohne Sicherheitskonzept was wasserdicht ist, wäre es für jeden möglich eine solche Corporate nTLDs zu registrieren, was den Anschein erwecken würde, dass es sich bei dem Anbieter der sich unter einer Corporate nTLDs registriert um ein eingetragenes Unternehmen handelt, was es im Zweifel gar nicht ist.

Betrugsmöglichkeiten mit Corporate nTLDs verhindern!

Es ist bereits die zweite Stellungnahme des US-Staatssekretär. Bereits im März warnte er vor den möglichen Gefahren und mahnte an, dass es ein Sicherheitskonzept für jede der Corporate nTLDs geben müsse um Verbraucher, seriöse Unternehmen, die staatlichen Regulierungsbehörden und nicht zuletzt die gesamte Öffentlichkeit im und außerhalb des Internets vor Betrug und Irreführung mit kriminellen Hintergedanke ausreichend schützt.

Da bis heute keine der vorliegenden Corporate nTLDs Bewerbungen ein solches Sicherheitssystem mit genügend Einschränkungen wer und was registriert werden darf beinhalten, solle die ICANN am besten keine der Bewerbungen auf Corporate nTLDs genehmigen. Nur so sei ausreichender Schutz vor Lug und Trug zu gewährleisten und Markt und Wettbewerb würde keinen Gefahren ausgesetzt sein.

Was nun mit Corporate nTDLs ICANN?

Wie die ICANN nun reagiert bleibt abzuwarten. Mutmaßlich werden die Bewerber um eine Corporate nTLDs wohl dazu angehalten ein Konzept einer Sicherheitsarchitektur die Missbrauch und kriminelle Absichten zumindest weitestgehend verhindert. Das letzte Wort ist hier noch lange nicht gesprochen, zumal sich die Bewerber um eine der Corporate nTLDs auch auf die Bewerbungsanforderungen des ICANN Applicants-Guide-Book berufen, deren Anforderungen man erfüllt habe.

nTLDs – Donuts & Demand Media am Pranger

Im nTLDs Bewerbungsverfahren sorgt ein Brief eines Bostoner Anwalts an die ICANN und an eine Handvoll brancheninterner Blogger gerichtet für neue Aufregung . Die beiden Massenbewerber Demand Media und Donuts würden in dem nTLDs Application Guidebook (Bewerberhandbuch) genannte Vorraussetzungen nicht erfüllt und müssen daher entfernt werden, sweit Vorwurf und Anliegen.

Vorwurf gegen nTLDs Richlinien verstoßen zu haben - der BriefEIn Fax des Bostoner Anwalt Jeffrey Stoler (Kanzlei: mccarter) an die ICANN hat für Aufregung und neue Spannung in das sich nun so langsam in den letzten Schritten befindlichen Bewerbungsverfahren um eine nTLD. Außer an die zuständigen ICANN-Leute, versandte Stoler seinen Brief auch an eine handvoll Blogger, die gleich dafür sorgten dass der Brief einer breiten Masse publik wird. Der Brief als Download…

333 nTLDs contra “three-strikes-rules”

Es geht in dem Brief primär darum, die Bewerbungen von Demand Media Inc. und der Donuts Inc. aus dem Bewerberpool zu entfernen, da diese wegen der im ICANN Application Guidebook festgelegten “three-strikes-rules” der ICANN, die nötigen Vorraussetzungen zum Betrieb einer nTLD nicht erfüllen. Hier geht es um nicht weniger als 333 Bewerbungen die Demand Media und Donuts  (303 Bewerbungen auf nTLDs in ASCII plus vier IDNs) eingereicht haben. Somit also auch um mehr als 61.6 Millionen US-$ die alleine von diesen beiden Bewerbern an Bewerbungsgebühren geleistet wurde. Hier geht es zur Übersicht aller Donuts Inc. nTLDs -Bewerbungen.

Die Regel besagt konkret, dass Bewerber ausgeschlossen werden, die innerhalb der vergangen vier Jahre (Rahmenfrist), drei gerichtliche Entscheidungen gegen ihre Gunsten einstecken mussten.

“Three-strike-rules”

…aus dem nTLDs Application Guidebook der ICANN

§ 1.2.1 ()

ICANN will screen applicants against UDRP cases and legal

databases as financially feasible for data that may indicate a

pattern of cybersquatting behavior pursuant to the criteria

listed in section 1.2.1.

§ 2.1.2 (History of cybersquatting)

ICANN will screen applicants against UDRP cases and legal

databases as financially feasible for data that may indicate a

pattern of cybersquatting behavior pursuant to the criteria

listed in section 1.2.1. (…)

Im Falle von Demand Media ist diese Vorraussetzung definitiv nicht erfüllt. Immerhin 22 Mal gingen, alleine innerhalb der maßgebenden Rahmenfrist von vier Jahren, Fälle von Cybersquatting und andere Domain-Streitigkeiten vor Gericht verloren. Dies war und ist dem Unternehmen auch bewusst, schließlich hat es im Dezember 2010 eine Anfrage bei der ICANN gestellt, die Regel noch einmal zu überdenke und zu ändern. Geschehen ist nichts.

Regelung steht weiter im nTLDs Applicant Guidebook

Die Regel steht nach wie vor im nTLDs Application Guidbook. Demand Media hat sich trotzdem beworben, gibt es da etwa eine Art geheimen Deal zwischen der ICANN und Demand Media? In etwa einen der die Auslegung von solchen Regeln betrifft? Wenn nicht bleibt die Frage offen, warum Demand Media beinahe fünf Millionen US-$ alleine in Bewerbungsgebühren steckt, obwohl offensichtlich Vorraussetzungen nicht erfüllt werden können. Branchengröße Go Daddy, die ebenfalls als heiße Kandidaten für eine Vielzahl von Bewerbungen gehandelt wurde, hat sich mit Blick auf genau diese Vorraussetzungen gegen mögliche Bewerbungen entschieden. – Was die Option einer Aussetzung der Regel im Prinzip unmöglich macht, da diese bereits unumkehrba und entscheidend Einfluss auf den Wettbewerb genommen hat. – Eine knifflige Sache, die nicht allzu viel Spielraum lässt. Für den Fall,dass die Demand Media Bewerbungen akzeptiert werden wird sich die ICANN definitiv Vorwürfe gefallen lassen müssen und gerät einmal mehr in Erklärungsnot.

Logo des nTLDs Bewerber Donuts INc.Noch difficiler stellt sich die Sachlage bei der Donut Inc. dar, die mit immerhin mit 307 Bewerbungen um nTLDs mit von von der Partie ist. Dies entspricht mit Blick auf die 185.000 US-$ die pro Bewerbung zu leisten waren, alleine Bewerbungsgebühren in Höhe von beinahe 57 Millionen US-$ die nun zunächst einmal im Tresor der der ICANN liegen.

Donuts – Geschäftspartner oder Tochter von Demand Media?

Zwar hat sich die Donuts Inc., extra zu dem Zweck sich auf nTLDs zu bewerben gegründet, selbst noch nicht gegen die “three-strikes-rule” verstoßen, doch unklar ist hier wie weit das Unternehmen Demand Media zugerechnet werden kann und in welcher Beziehung sich beide zueinander befinden. Donuts, für die es bei der ganzen Sache nun um richtig viel Geld geht, dementiert natürlich ein Tochterunternehmen der Demand Media Inc. bzw. der Demand Media Group zu sein und sieht sich viel mehr als Geschäftspartner von Demand Media:

“Demand Media is a commercial partner and is neither an investor in nor part of a joint venture with Donuts. “

Demand Media wird von der Donuts Inc. bei mehr als einem Drittel der Bewerbungen (107/307) lediglich als technischer Betreiber benannt; nicht aber als über diese Geschäftsbeziehung hinausgehender Partner.

Es kann gemutmaßt werden, dass Demand Media Vorwürfen, Donuts sei eine Art Strohmannfirma der Demand Media Group, mit Blick auf mögliche, damit in Zusammenhang stehende Probleme bereits hat kommen sehen und sich diesem Vorwurf bereits in der Vergangenheit öfters ausgesetzt befand.

Dementi vor Veröffentlichung – Donuts schon früh in der Offensive

Aus einer Pressemitteilung von Demand Media, die bereits am 13. Juni 2012 veröffentlicht wurde, stellt das Unternehmen unmissverständlich klar, in keinster Weise in die Donut Inc. involviert zu sein:

“Demand Media and its affiliates are neither investors in Donuts and its affiliates nor are they involved in any joint venture with Donuts and its affiliates.”

Die Deutlichkeit mit der die Aussage, ohne weitere Erklärung dort propagiert wird, wirkt recht ungewöhnlich und möglichen Vorwürfen vorweggenommen. Sie ist in der Pressemitteilung unter der Überschrift “About Demand Media” zu finden und folgt, durch einen Absatz getrennt und einigen (üblichen) Informationen bezüglich des Unternehmens (Gesellschafterform, Aufgaben, Sitz…).

Haben die Demand Media Leute da den Braten vielleicht schon gerochen und diesen Pasus mal schnell in einer Pressemitteilung untergebracht. Vielleicht haben sich auch externe Donut-Investoren das Aplication Guidbook einmal genauer angeschaut und sind auf die “three-strike-rules” oder andere das Investment gefährdeten Regelungen gestoßen. Dies würde allerdings bedeuten , dass es doch einen Verflechtung von Donuts und Demand Media gibt. Letztlich schwierig, wenn nicht gar unmöglich nachzuweisen. Es wäre ja durchaus auch möglich, dass Donuts mit Hilfe der etablierten Demand Media Inc. auf Investorenfang gegangen ist und sich möglicherweise im Gegenzug dazu verpflichtet hat Demnad Media als technischen Betreiber für 107 nTLDs anzugeben für die man sich beworben hat, anzugeben.

…und die Motive der Bostoner Kanzlei?

Zu guter letzt bleiben noch die Fragen ungeklärt, ob hinter der Anwaltskanzlei McCarter&English nicht die, definitiv zahlreich vorhandene, Konkurrenz im Kampf um mehrfachbeworbene nTLDs steht. Profitieren würden auf jedem Fall viele von einem Bewerbungsausschluss. Wie wird die ICANN entscheiden und vor allen Dingen, welche Konsequenten hat dies auf den weiteren Einführungsprozess? Und nicht zuletzt, ob es sich die ICANN überhaupt leisten auf die Donuts Millionen zu verzichten, was wiederrum zahlreiche neue Fragen, wie der Rolle der ICANN, etc. aufwirft.

Würde es tatsächlich zu einem Ausschluss der Donut Inc. Bewerbungen kommen, werden diese mit Sicherheit dagegen klagen und somit wären bis zueiner rechtskräftigen und verbindlichen Entscheidung alle der 307 nTLD-Bewerbungen, aus denen auch Donut um den Zuschlag kämpft, auf Eis gelegt. Die Einführung würde sich verzögern. – Kommt es zu einer tolleranten Regelauslegung der “three-strike-rules”, so dass, ungeachtet der Donut-Fälle, die Bewerbungen der Demand Media Inc. akzeptiert werden, könnte beispielsweise von GoDaddy eine Klage kommen um dies zu verhindern; schließlich hat man selbst, mit Blick auf diese Regel, auf eigene Bewerbungen verzichtet. Auch stellt sich weiter die Frage, wie es bei anderen Bewerbern oder potenziellen Bewerbern, die letztlich auf eine Bewerbung verzichtet haben, aussieht und wie mit der Gesamtsituationen dann verfahren wird. Es könnte also alles noch so richtig kompliziert werden und sich weiter hinziehen bis die nTLDs dann endlich in Betrieb genommen werden können.

Für weiteren Gesprächsstoff rund um das nTLDs -Programm der ICANN ist also zu genüge gesorgt. Es bleibt also auch weiterhin spannenden rund um die ICANN, nTLDs -Bewerbern et cetera.