New gTLDs Vereinigung verlangt Antworten

neue Domainendungen reservieren

Die New gTLD Applicant Group (NTAG)  setzt die ICANN mit einem offenen Brief unter Druck und verlangt Erklärungen zu den bisherigen Zeitverzögerungen rund um die Einführung der neuen generischen Top-Level-Domains (new gTLDs). 

Brief in Sachen new gTLDs an ICANNDer Brief wurde laut Datumszeile im Briefkopf bereits am 21.12.2012, von der Vereinigung und Interessensgemeinschaft von Bewerbern um die new gTLDs  an die Generalmanagerin der ICANN, Frau Christine Willet, zuständig für das new gTLDs Programm, gesendet.

new gTLDs & Verzögerungen

Zunächst bedankt sich die Vereinigung um die new gTLDs Bewerbern noch bei der ICANN und gratuliert dabei für die erfolgreich abgeschlossene „Draw Phase“ des new gTLDs Projektes. Anschließend folgt dann aber über eine Din-A4-Seite Kritik. Im Fokus hier insbesondere die Tatsache, dass sämtliche Zeitpläne die sich die ICANN vorgenommen hat, nicht erreicht wurden und dass man weit hinter dem eigentlichen new gTLDs Gesamtzeitplan hinter her hängt. Unter- und belegt wird dies mit einer Auflistung der nicht erreichten Meilensteine in der nahe zurückliegenden Vergangenheit.

Die Kritik ist verständlich, schließlich geht es für die Bewerber um new gTLDs ums Geschäft. Und jede Verzögerung kostet letztlich zusätzliches Geld. Daher verlangt man Erklärung zu jedem einzelnen Punkt und sieht dabei die ICANN in der Pflicht diese abzuliefern; und zwar recht zügig, bis zum 09.01.2013.

20 vs. 100 new gTLDs? – NTAG verlangt Klarheit

sieht 100 new gTLDs pro Woche machbarDer wichtigste Punkt und wohl die eigentliche Frage die durch das Schreiben der new gTLDs Bewerbergemeinschaft beantwortet werden soll ist, wie es dazu kommt, dass die ICANN angibt lediglich rund 20 new gTLDs pro Woche bearbeiten und ins DomainNameSystem (DNS) einpflegen könne, während aus einer offenen Korrespondenz zwischen der IANA, der US-Telekommunikations- und Informationsbehörde (NTIA) sowie der Aktiengesellschaft VerSign Inc. (u.a. com-, .net-, .name-, .tv-Registrar) davon die Rede ist, dass rund 100 möglich und machbar wären. Stutzig macht hier vor allem der gewaltige Unterschied. Dies schreit gerade zu nach einer Erklärung, zumal die ICANN bei ihrer Angabe von nur 20 pro Woche, auch technische Gründe bei der Implementierung der new gTLDs im DNS-Root-System angibt.

Bleibt ICANN Herr des new gTLDs Verfahren?

Man darf gespannt sein auf die Antwort der ICANN, die ja dann spätestens am 09.01.2013 im Büro der new gTLDs Interessensvertretung einflattern sollte. – Und lachender Dritter könnten VeriSign sein, die dann in letzter Konsequenz, zur Beschleunigung der Verfahrens eingesetzt werden, was ein lukratives Geschäft zu werden verspricht. Zufall ist dies wohl nicht; bislang hat sich die ICANN bei dem Gedanken die Kontrolle über die letzte Phase des new gTLD-Projektes an Private abzugeben nicht so recht anfreunden können. Und dies aus guten Gründen! Doch mit zunehmenden Druck ist wohl nur allzu wahrscheinlich, dass die ICANN einknicken wird. – Schließlich hat man das Netz durch das new gTLDs Programm quasi bereits an die private Wirtschaft verhökert, steht in der Pflicht und muss vor allen Dingen endlich anfangen zu liefern. Sonst könnte es ungemütlich werden für die globale Internet-Verwaltungs-Organisation ICANN.

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Update 14.01.2012

Bislang hat die ICANN noch nicht reagiert (zumindest nicht öffentlich). Ob die new gTLDs Vereinigung eine persönliche Antwort erhalten hat ist nicht bekannt!