Sieben Kriterien die Änderungen bei nTLD-Bewerbungen legitimieren

neue Domainendungen reservieren

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag dieser Woche hat die ICANN ein Verfahren verkündet, dass es erlaubt Veränderungen an den eingereichten neuen Top-Level-Domains-Bewerbungen vorzunehmen. Allerdings müssen Bewerber die Änderungen vornehmen möchten, sieben Kriterien erfüllen, damit dem Anliegen statt geben werden kann.

Bereits im Juni diesen Jahres verdichteten sich die Anzeichen dafür, dass die ICANN an einem solchen Plan arbeitet, um Bewerbern die sich um eine der neunen Top-Level-Domains beworben haben die Möglichkeit zu geben, diese zu verändern und an bestimmten Stellen zu modifizieren.
Ursprünglich war Ähnliches, nach Ablauf des Bewerbungsfenster, nicht vorgesehen. Doch die schiere Masse an Anfragen nach Änderungen einzelner nTLDs-Bewerbungen dürfte die ICANN zu diesem ungeplanten Schritt bewegt habe.

united-domains.de - die besten Adressen fürs Web.

Vorab: Hier gilt es auch mal die ICANN ausdrücklich zu loben, schließlich hätten sich die Internet-Verwalter auch ganz einfach stur stellen können und keine Möglichkeit der Veränderung zu zulassen.

Die sieben Kriterien im Einzelnen:

1. Erklärung – Es muss eine einleuchtende Erklärung vorliegen?
2. Nachweis dass es sich um einen Irrtum handelt, – Es dürfen keine Indizein bestehen die die Vermutung unterfüttern, dass gewünschte Änderungen nicht einen bei der Bewerbung gemachten Fehler korrigieren.
3. Auswirkungen auf dritte – Die Änderungen dürfen die Bewerbung Dritter in keinster Weise tangieren, so dass erhebliche Auswirkungen auf diese ausgeschlossen werden können.
4. Präzedenzfall – Sind gewünschte Änderungen vergleichbar mit bereits genehmigten von Dritten, ist dieses Kriterium erfüllt; könnten die Änderungswünsche aber dazu führen, dass neue Präzedenzfälle geschaffen werden oder dass dies negative Auswirkungen auf andere Bewerbungen haben könnte, hat der Änderungswunsch wohl kaum eine Chance durch gewunken zu werden.
5. Fairness für Bewerber – Wie würde die allgemeine Bevölkerung auf statt gegebene Änderungswünsche reagieren? Nur wenn diese die nachträgliche Veränderung als fair empfinden würde, kann einem solchen Änderungsanliegen auch statt gegeben werden.
6. Materialität/Gegnständlichkeit – Hat die gewünschte Änderung weitreichende Folgen die beispielsweise eine komplette Neubewertung aller oder ganzer Gruppen von nTLD-Bewerbungen ist dies ein K.O.-Kriterium. Auch dürfen keine Veränderungen der Bearbeitungsrangfolge nach sich ziehen, so dass diese in eine Gruppe rutschen die vorrangig bearbeitet werden sollen, wie dies mutmaßlich bei Community-nTLD-Applications der Fall sein wird.
7. Timing – Hat der Zeitpunkt des eingereichten Änderungswunsches irgendwelche negative Folgen auf den vorgesehenen Zeitplan und führen so zu einer Verzögerung des gesamten Verfahrens oder sind die Änderungen so erheblich und weitreichend, dass dies sogar eine Neubewertung der nTLD-Bewerbung erfordert? Hier behält sich die ICANN das Recht vor eine zusätzliche Gebühr zu erheben und auch die veränderte Bewerbung erst zu einem späteren Zeitpunkt zu bearbeiten.

Es gibt also Hoffnung für alle Bewerber denen bei der Bewerbung ein schlichter Fehler unterlaufen ist diesen noch zu korrigieren, sofern die sieben Kriterien erfüllt werden können. – Einfach das entsprechende ICANN-Formular herrunterladen, ausfüllen, wieder einreichen und die vorgenommenen Änderungen noch im ICANN-CSS-Portal (so etwas wie das Intranet für nTLD-Bewerber) bestätigen – FERTIG!

Bayern 728x90

Man darf trotz der scheinbar klaren Ansagen, die die ICANN mit den sieben genannten Kriterien darlegt, gespannt sein, wie sich die Sache weiterentwickelt und wie im Zweifel entschieden wird. Denn klar ist die Sachlage, trotz und wegen der nun gesetzten Vorraussetzungen, bei einigen bereits bekannten Änderungswünschen bei weitem nicht. Wir bleiben dran…