newTLDs – Politik vs Umsetzung

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Die ICANN veröffentlicht einen Rahmenplan, als Leitfaden zur “Diskussion, um die genauen Modalitäten der Einführung von newTLDs”, der verspricht, Politik und deren Interessen, stärker einzubinden. Zur “newTLDs und deren Einführungs-Diskussion” eingeladen, darf sich aber ein Jeder fühlen und dies ausdrücklich per Kommentar auf der ICANN-Website gerne tun.

logo der für newTLDs zuständigen der CANN Der Zeitpunkt, an dem die ersten neuen Domainendungen (newTLDs) Einzug halten sollen, können und dürfen, in das Domain Name System (DNS) rückt langsam näher. Es wird also höchste Zeit, letzte Brocken aus dem Weg der newTLDs zu räumen und sich auch mit der Politik, deren Interessen, Ängste und Befürchtungen auseinander zusetzen. Bislang geschah dies lediglich in einzelnen Dialogen, kleinere Diskussionsrunden oder bloßen Verlautbarungen einzelner Akteuere, zwecks Wahrung der eigenen Interessen in Sachen newTLDs.Rahmenplan geht auf Wünsche der Politik ein.

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usenext_gratisInsgesamt ist dies natürlich bei weitem nicht ausreichend, für einen elementaren Schritt in Richtung Zukunft, wie er durch die Einführung newTLDs beschritten wird. Da die Interessenbekundungen aus der Politik, mit dem Näherrücken der neuen Domainendungen, zunehmen und sich gleichsam auch der Nachdruck, mit dem den eigenen Interessen Ausdruck verliehen werden soll, verstärkt, musste die ICANN reagieren. Also setzte man sich bei der sogenannten Weltregierung des Internets zusammen, ließ vergangene, bereits mit der Politik geführten Diskussionen Revue passieren und erarbeitete einen Rahmenplan, zwecks geordneter Debattenführung zwischen Politik und der ICANN, bzw. new Top-Level-Domains-Bevollmächtigten.

Im Wesentlichen, ergab das Revue passieren lassen der Einlassungen zu newTLDs, einzelner, politischer Vertreter, folgende Punkte, die nun in dem aufgestellten Rahmenplan schriftlich festgehalten wurden und welcher, – ganz ICANN like -, zu einer offen geführten Debatte/Diskussion, betreffend der Umsetzung des newTLDs Programm einlädt:

  • Mitsprache, wie genau die Umsetzung erfolgt
  • Zeitpunkt der endgültigen Implementierung
  • Umgang mit Divergenzen, betreffend newTLDs Angelegenheiten
  • … hier gibt es den o.g. newTLDs Rahmenplan für NäheresnewTLDs Einführung – Jeder darf noch mal mitmischen

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Natürlich ist auch wieder jeder Einzelne, beginnend mit dem 31. Januar, bis einschließlich den 21. Februar 2013, in typischer, scheinbar demokratischer (ICANN-) Mustermanier, dazu aufgerufen, seine Meinung zu newTLDs, über die ICANN-Plattform, Ausdruck zu verleihen. Gespannt darf man darauf sein, was passiert, wenn die Phase der Einlassungen und Statements endgültig abgeschlossen ist. Dann werden der ICANN erneut zahlreiche Meinungen zu newTLDs und den besten, fairsten und natürlich subjektiv gerechtesten Weg der Einführung von newTLDs vorliegen. Die ICANN muss also nicht mehr tun, als eine eigentlich unlösbare Aufgabe zu lösen und ein newTLDs Paket basteln, was dann allesamt zufrieden stellt…

Spiegel einziger nTLD-Bewerber – Medienkrise II

() Für vom Nutzer bezahlten Inhalt, kann und sollte man Qualität erwarten können… was man bekommt ist Einheitsbrei. Meinungslos, unkritisch, gleichgeschaltes. Von Tagesschau bis hin zu Printmedien ist dies zu beobachten. Abseits dieser Meinungsbilder bleiben freie Blogger die Hoffnung. Der Rest zensiert sich schon längst höchst selbst aus diversen opportunistischen (oder doch schon vom großen Bruder gesteuerten) Gründen heraus. Zusammengefasst ist weniger Qualität mit paid content gepaart, alles andere als eine noch ausreichende, unabhängige journalistische Leistung und mit Nichten ein ernstzunehmendes Geschäftsmodell was Erfolg verspricht, als viel mehr als eine Art Abwicklung der Meinungsbildner von Vorgestern.

An Innovationen mangelt es in der Tat, oder Chancen dahin werden schlichtweg verschlafen. – So ist beispielsweise der Spiegel die einzig deutsche Verlagsgruppe, die die Erweiterung des DomainNamensRaum genutzt hat, um sich um eine eigene, neue Top-Level-Domain dotSpiegel bei der ICANN beworben hat.

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eigene newTLDs als vielversprechendes Geschäftsmodell

Spiegel Online logoHier sind Innovationen noch möglich. Wer dann später als Werber bei .Spiegel Anzeigen schaltet, hat ein noch viel klarer definiertes Bild der Werbe-Rezipienten im Blick, als bislang üblich. Der Hamburger Verlag kann somit demnächst qualitativ hochwertige Werbeplätze anbieten, diese deutlich teurer verkaufen und sich theoretisch den gesamten Kuchen abgreifen, wenn auf Affiliate-Netzwerke etc. verzichtet wird. Damit ist wohl zu rechnen, schließlich lässt sich der Betrieb einer eigenen gTLD damit recht ordentlich verzahnen. Auch eine dotWelt oder eine dotBild hätten, alleine schon ihren Namen geschuldet, große Vermarktungs-Potentiale eröffnet. Letztlich hat man sich aber im Hause Springer offensichtlich dagegen entschieden, wie alle anderen, mit Ausnahme der Spiegel Gruppe, auch. Nur mit dem Unterschied, dass es in der Springer Verlagslandschaft, was das Finanzielle betrifft, außerordentlich gut ausschaut. Und dies mit oder trotz gleichbleibend wenig Qualitätsinhalten, ohne all zu tiefgründigen, geschweige denn intellektuell herausfordernden Themen, aber mit um so mehr paid content, was wohl nur dem ganz speziellen Format der Publikationen geschuldet ist, mit dem aber das vorhandene Marktpotential auch zu genüge gesättigt ist. Wie auch immer, eine Top-Level-Domain aus dem Hause Springer wird es künftig erst einmal nicht geben!

Eigene Fehler bagatellisieren & google & Co. als Wurzel des Übels – zu einfach!

Anstatt über google und Co. rum zu jammern, hätte man sich mit breiter Brust hinstellen können und ebenfalls auf die Gelegenheit, eigene newTLDs im DomainNameSystem integrieren zu können, setzen sollen. Außer beim Spiegel hat aber keiner Regung gezeigt und gleichzeitig haben google und amazon gleich ordentlich zugeschlagen und im Dschungel der neuen Top-Level-Domains gewildert. 166(!) Bewerbungen der beiden (90 von google, 76 von amazon) liegen bei der ICANN vor, was zeigt, dass die althergebrachten Medienverleger wieder einmal den richtigen Zeitpunkt verpassen und das Feld denen überlassen, die in der jüngsten Vergangenheit in Windeseile an diesen vorbeigezogen sind und richtig gutes Geld verdienen. Anstatt sich mit einem Leistungsschutzrecht, was kaum praktizierbar sein wird aufzuhalten, hätte man Geld, Energie und Kraft wohl eher in die Schaffung eines eigenen Mikrokosmosses durch eigenen new gTLDs legen sollen.

dot cologneWhatever, nun ist der Zug erst mal abgefahren… doch zum Glück nicht für Alle. Freuen dürfen sich beispielsweise werbetreibende Unternehmen aus dem Saarland, NRW, dem Ruhrgebiet, Bayern, Köln, Berlin und Hamburg. Diese Städte und Regionen haben sich nämlich um entsprechende geoTLDs beworben und werden diese ab demnächst dann auch gemeinsam mit einem privatwirtschaftlichen Unternehmen betreiben. Es kann vermutete werden , dass hier ganz klar der regionale Anzeigenmarkt im Fokus des Interesses steht – hier liegt nämlich noch eine Menge an Potenzial, fast schon schändlich brach, der sich recht leicht und schnell monetarisieren lassen wird. Betreiber und regional operierende Betriebe werden davon profitieren und den „alten, großen Medienhäuseren, das letzte bisschen Wasser abgraben was noch vorhanden ist!

Wenig Qualität, Klagen übers Netz & keine Innovationen – Medienkrise I

Die Bewerbungsrunde bei der ICANN scheint mehr oder weniger spurlos, zumindest ohne dass eine Regung erfolgte, an der deutschen Verlagslandschaft vorbei gezogen sein. Und dies obwohl neue Geschäftsmodelle dringendst benötigt werden um den unabhängigen Journalismus heute und weiter in der Zukunft zu wahren. Einzig der Spiegel (schon mit SpiegelOnline, frühzeitig und vor allen anderen, auf die Entwicklung des Webs reahiert – mit großem Erfolg) hat es auch diesmal wieder gewagt und sich für eine der neuen Top-Level-Domains bei der ICANN beworben. Die restlichen deutschen Medienhäuser klagen weiter ihr Wehleid, wettern gegen das Netz, google etc. und fahren gleichzeitig die eigene Qualität zurück.

Ein Kommentar zu verpassten Chancen, nicht erkannten Geschäftsmodellen und der künftigen dotSpiegel TLD…

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Mops als Symbolbild für Verlage

Viele Verlage schauen erneut dumm aus der Wäsche!

Die Qualität der etablierten Medien lässt sukzessive aber in einem bedrohlich werdenden Ausmaß nach. Jeder der täglich einen Blick in eine Tageszeitung wagt, (oder die Polittalks am Abend mit Will, Maischberger, Illner, Jauch und Kollegen verfolgt – wäre, aber ein Extra Thema), muss dies tagtäglich feststellen. Als Ursachen dafür werden uns dann Dinge wie die Anzeigen-Auflagespirale, Print in der Krise, Google und das Leistungsschutzrecht oder sonstige „Medienphänomene der Zeit“ verkauft. Gleichzeitig ist dies ein Eingeständnis und der Beleg dafür, dass man auch in den Verlagschefetagen nicht wirklich von den eigenen Qualitätsstandards überzeugt ist. Aber ohne ausreichend vorhandene finanzielle Mittel ist da einfach nicht mehr drin, heißt es dann von selber Stelle. Auf neue, innovative Geschäftsmodelle wird aber nicht gesetzt. Es wird von einem Großteil noch nicht mal versucht. Selbst wenn sich die Gelegenheit bietet, wie jüngst die Möglichkeit, sich um eigene Top-Level-Domains zu bewerben, wird diese nicht ergriffen. Stattdessen wird die Arbeit eingestellt, billiger qualitativ schlechter Content eingekauft, auf die eigene Glaubwürdigkeit extrem schädigend wirkenden paid content gesetzt und dem bald kommenden Ende entgegen gefiebert.

Welchen Wert haben Verlagsangebote heute noch?

So stellt Redaktion, nach Redaktion, ihr freies schaffen ein. Einige machen gleich komplett dicht und lassen die Rolladen runter, die anderen versuchen sich mit, aus journalistischer Warte sicherlich mehr als fragwürdigem paid content, über Wasser zu halten.

paid content - die macnews seite in der FR-AppSo ist dies selbst bei renommierten Blättern wie der Frankfurter-Rundschau und vielen weiteren noch verlegenden Verlagserzeugnissen zu beobachten. Als Abonnent der FR-Online-Ipad-Ausgabe stoße ich jeden Tag aufs Neue auf diese Art von Werbe-Prosa, die als informierende Nachrichten verkauft werden sollen. In dem konkreten Fall meiner FR, ist dies mehr als deutlich nach Übergabe der Geschäfte an den Insolvenzverwalter zu sehen. Zusätzlich nehmen die Agentur-Dosen-Meldungen zu, die wenig wirklich Neues zu Tage fördern. Teilweise liest man dann sogar die selben Nichtigkeiten, leicht umformuliert, gleich an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Schafft weniger Qualität denn die Wende? Denkt man wirklich, sich so einfach retten zu können? – Wohl kaum, wer noch für Inhalte bezahlt überlegt, ob dass überhaupt weiter Sinn macht. Denn außer Kommentaren, ist kaum mehr journalistische Einzelleistung zu finden; und mit Verlaub, wer eine gewisse Affinität zu den neuen Medien sein eigen nennt, weiß auch wo es im Web gute, inhaltsgeschwängerte und kritisch durchdachte Meinungsbildnisse zu lesen gibt. Verleger die versuchen auf Kosten der Qualität der Inhalte versuchen eine Publikation lukrativ zu machen, befördert sich ohne Umwege selbst ins Abseits.

Gleiches gilt wohl ab demnächst auch für die Westdeutsche Allgemeine Zeitung, die Ihre regional ansässige Redaktion vor kurzem geschlossen hat und aus der „Ferne“ weiter für die Region berichten möchte. Ohne den direkten Bezug zur Region zu wahren, zugekauften Inhalten und solchen, die man sich bezahlen lässt und die immer schwieriger von echten Inhalten trennen lässt, was auf Kurz oder Lang das endgültige Aus bedeuten wird. (…)

Medienkrise II Teil

nTLD-Bewerbungen – Kommentarfunktion geschlossen, Arbeit beginnt

Nach dem Schließen des Kommentarfenster zu nTLD-Bewerbung, beginnt die Nachlese langsam Fahrt auf zu nehmen. Nimmt man die zahlreichen Kommentare ernst (so sollte es sein) und setzt sich mit diesen gründlich auseinander, dürfte so manch eine nTLD-Bewerbung wohl niemals über den Status der nTLD-Bewerbungen hinaus kommen.

Nachdem die ICANN das Kommentarfenster zu nTLD-Bewerbungen um zusätzliche 60 Tage verlängert hat, ist die Möglichkeit für jeden seine Meinung und Kritik in Form eines Kommentars zu den einzelnen nTLD-Bewerbungen zu posten nun passé. Seit dem 26. September sind keine Kommentare, zumindest von der breiten Öffentlichkeit mehr , mehr möglich. Eine Tatsache die die ICANN und vieler Unternehmen die ihre nTLD-Bewerbungen eingereicht haben begrüßen dürften. Denn, dass der ICANN und einzelnen nTLD-Bewerbungen dann so viel Kritik, die in Kommentarform für die Ewigkeit und jeden einsehbar verewigt, entgegenweht, damit hat wohl kaum jemand gerechnet; beziehungsweise wollte vielmehr vorher keiner rechnen.

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Wie umgehen mit Kommentaren zu nTLD-Bewerbung?

Das es Kritik geben würde rund um einzelne nTLD-Bewerbungen war eigentlich klar und hat sich schon im Vorhinein abgezeichnet. Genauso wie sich nun abzeichnet, dass der gerade neu veröffentlichte Zeitplan (link) wohl erneut wieder über den Haufen geworfen werden muss. – Alles andere als eine verzögerte Abarbeitung der nTLD-Bewerbungen aufgrund von Kommentaren die zumindest gesichtet und bewertet werden müssen, würde verwundern.

Die Gretchenfrage die es jetzt Seitens der ICANN hinsichtlich der zahlreich kommentierten nTLD-Bewerbung zu beantworten gilt ist wohl, wie die ICANN nun mit diesen umgeht. Auch könnten gerichtliche Auseinandersetzungen zwischen Bewerbern und Kritikern sowie Mitkonkurrenten auf dem Markt und auch um ein und dieselbe nTLD.

nTLD-Bewerbungen – Applicants Guidebook unbrauchbar?

Es zeigt sich dass trotz aller Bemühungen nTLD-Bewerbungen durch das Applications Guidebook, dem Bewerberhandbuch der ICANN wasserdicht zu machen nicht zieht. Das Applicants Guidebook der ICANN ist zwar nicht komplett unbrauchbar aber zumindest verfehlt es das eigentliche Ziel. Letztlich ist dieses nur zu einem Ausschuss-Kriterium verkommen, das nicht mehr als eine erste Hürde darstellt und nicht wie geplant als Grundlage zu einer schnellen Bewertung taugt um dann die nTLD-Bewerbungen geprüft und für tauglich befunden durch winken zu können. Eigentlich ein netter Gedanke aber mindestens genauso naiv.

Zumal auch einige, und dies von allen Seiten, sei es die Konkurrenz, diejenigen die nTLD-Bewerbungen eingereicht haben und abgelehnt wurden oder deren nTLD-Bewerbungen im abschließenden Bietergefecht unterlegen waren, einzelne Staaten und Interessensgruppen, den Gang bis vor den Kadi nicht scheuen werden. Dies könnte und wird zusätzliche, nicht eingeplante Zeit und Ressourcen erfordern; sprich: es wird sich wohl noch was hinziehen bis nTLD-Bewerbungen zu Fixpunkten im DNS geworden sind und angesurft werden können.

nTLD-Bewerbungen – nicht alle Kommentare nachvollziehbar

Sind hier einige kritischen Einlassungen in Kommentarform unter den nTLD-Bewerbungen durchaus nachvoll ziehbar, sind andere recht zweifelhaft und wirken eher als Vorwand um die Konkurrenz auszuschalten. Schließlich geht es um Milliarden und da hört in der Geschäftswelt bekanntlich jeder gute Umgang miteinander auf. Da wird verwirrt, getrickst, getäuscht. Unter dem Einsatz aller Möglichkeiten. Eine geschickt agierende PR-Abteilung kann da einiges möglich machen um ein gewünschtes Ergebnis zu erzielen.

Nachdem zahlreiche Unternehmen die Einführung neuer ToPLevelDomains weitestgehend ignoriert haben oder zumindest den Eindruck erweckt haben sich nicht für die eingereichten nTLD-Bewerbungen zu interessieren, wird nun beklagt dass einige eingereichte nTLD-Bewerbungen wie ein Begriffs- und somit Suchwortmonopol wirken könnten. Dem ist wohl auch so: Wenn sich amazon beispielsweise bei der nTLD-Bewerbung um .books durchsetzt, hat der Web-Gigant amazon ein Exklusivrecht die Endung und somit in gewisser Weise auch auf den Begriff „Books“.

Donuts kein Geld für nTLD .delivery?

Der United State Postal Service (USPostal) fährt im Kampf um nTLDs eine erste Attacke gegen den Mitbewerber Donuts Incorporation, was dem aufmerksamen DomainNameWire-Blog nicht verborgen geblieben ist, für ein schmunzeln sorgt und folglich auch sofort vermeldet wurde.

Das US-Post Unternehmen nutzte die Möglichkeit Bewerbungen um nTLDs zu kommentieren um dem Konkurrenten um die neue Top-Level-Domain .delivery die finanzielle Stärke abspricht um, wenn Donuts tatsächlich bei allen nTLDs auf die sich das Unternehmen beworben hat den Zuschlag erhält, einen sicheren Betrieb der nTLD .delivery zu gewährleisten. Insgesamt hat sich die Donuts Inc. auf 307 nTLDs beworben und dafür vorab einen Kapitalstock von rund 100 Millionen US-$ zusammen getragen.

nTLD .delivery: USPostal vs Donuts

Aus Sicht des Konkurrenten USPostal um .delivery kann Donuts einen sicheren Betrieb aller nTLDs auf die sich beworben wurde, mit der bislang zusammen getragenen Kapitaldecke nicht sicher stellen.

ntld kommentar von USpostal unter nTLD Bewerbung von DonutsHier der Kommentar des Mitbewerbers USPostal unter der nTLD Bewerbung von Donuts auf .delivery der mit dem Betreff „Insufficient Capital for 307 gTLDs“ aufmacht:

Comments are made on behalf of the United States Postal Service. Applicant’s answers to questions 6, 18 and others indicate that it is associated with Donuts Inc. (“Donuts”), which has applied for 307 gTLDs through numerous limited liability companies. Donuts has claimed to have raised $100 million as of June 2012. See http://www.donuts.co/images/stories/donuts_launch_release.pdf. On its website, Donuts describes itself as “well-resourced by substantial funding from multi-billion dollar private equity and venture capital funds.” See http://www.donuts.co/index.php?option=com_content&view=article&id=1&Itemid=5. Its investors include Austin Ventures, Adams Street Partners, Emergence Capital Partners, TL Ventures, Generation Partners, and Stahurricane (Paul Stahura’s investment fund), and it has obtained a senior secured revolving credit facility with Comerica Bank. See http://www.donuts.co/images/stories/donuts_launch_release.pdf.

If Donuts is granted each of the 307 gTLDs it applied for, its $100 million in capital will likely not be sufficient to manage all of the gTLDs over the course of ten years. Letters of credit notwithstanding, the community estimates that it will cost approximately $2-3 million to run each gTLD for the ten years to which applicants commit. Thus, if Donuts is granted all 307 gTLDs, there is a question whether its costs, which could be in the range of $600-900 million, may be significantly more than Donuts is able to raise while keeping all 307 gTLDs fully operational. A high failure rate among such a large number of TLDs may be expected to decrease consumer confidence in the Internet.

 

Naiver und hilflos wirkender Versuch von USPostal

Die Absicht die hinter dem Kommentar von USPostal steckt liegt klar auf der Hand: Man möchte sich einen unliebsamen Mitstreiter im Kampf um die nTLD .delivery vom Halse schaffen. Ist das Motiv noch verständlich, scheint der Versuch dies über einen Kommentar zu erledigen beinahe schon amüsant. Man könnte wohl auch von einem verzweifelten Versuch sprechen, die eigene Unterlegenheit im Kampf um die nTLD .delivery zu verschleiern und auf diesem Wege zu versuchen Donuts zu ängstigen und zu einem Rückzug von einigen Bewerbungen um nTLDs, speziell der nTLD .delivery, zu bewegen.

Kommentar zu nTLD Bewerbung auf Twitter: USP in 5 Jahren 25 Milliarden VerlustDas man bei USPostal wirklich daran glaubt, dass dies zielführend sei, ist kaum vorstellbar und lässt eine gewisse Hilflosigkeit im Kampf um eine nTLD erahnen. Auch die Tatsache, dass der Kommentar erst kurz vor Schließens des Kommentierungsfensters zu den jeweiligen Bewerbungen um eine nTLD am 26.09.2012 erfolgte, spricht nicht für dire Stärke von USPostal, sondern viel mehr wie das ziehen der letzten Option verbunden mit der äußerst wagen Hoffnung, vielleicht doch etwas erreichen zu können und Donuts zu einem Rückzug im Fall von .delivery zu bewegen. Denn mit der eigenen Finanzstärke sieht es bei USPostal alles andere als rosig aus: In den vergangen Jahren wurden stets Verluste erwirtschaftet, die kumuliert einen Betrag von 25 (!) Milliarden US-$ ergeben.

100 Millionen US-$ in Donuts nTLD-Topf nur der Anfang

USPostal sollte eigentlich wissen, dass der nTLDs Bewerber Donuts, der explizit zu dem Zweck sich auf nTLDs zu bewerben gegründet wurde, auf höchster Ebene mit Top-Experten und Internet erfahrenen Führungspersönlichkeiten besetzt ist, die schon wissen worauf sie sich einlassen. Wenn Donuts sich auf 307 nTLDs bewirbt, kann man wohl ziemlich sicher sein, dass das Unternehmen auch ein Konzept hat, im besten Falle alle betreiben zu können und sogar noch dabei verdienen wird. Es kommt hinzu, dass schon lange bevor Donuts auch nur einen einzigen Zuschlag auf nur eine einzige nTLD in der Tasche hat, immerhin schon 100 Millionen US-$ zusammentragen konnte. Besteht erst einmal Sicherheit über den Zuschlag der ein oder anderen nTLD, wird es wohl ein leichtes sein das nötige Kapital auf zubringen.