New gTLDs Vereinigung verlangt Antworten

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Die New gTLD Applicant Group (NTAG)  setzt die ICANN mit einem offenen Brief unter Druck und verlangt Erklärungen zu den bisherigen Zeitverzögerungen rund um die Einführung der neuen generischen Top-Level-Domains (new gTLDs). 

Brief in Sachen new gTLDs an ICANNDer Brief wurde laut Datumszeile im Briefkopf bereits am 21.12.2012, von der Vereinigung und Interessensgemeinschaft von Bewerbern um die new gTLDs  an die Generalmanagerin der ICANN, Frau Christine Willet, zuständig für das new gTLDs Programm, gesendet.

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new gTLDs & Verzögerungen

Zunächst bedankt sich die Vereinigung um die new gTLDs Bewerbern noch bei der ICANN und gratuliert dabei für die erfolgreich abgeschlossene „Draw Phase“ des new gTLDs Projektes. Anschließend folgt dann aber über eine Din-A4-Seite Kritik. Im Fokus hier insbesondere die Tatsache, dass sämtliche Zeitpläne die sich die ICANN vorgenommen hat, nicht erreicht wurden und dass man weit hinter dem eigentlichen new gTLDs Gesamtzeitplan hinter her hängt. Unter- und belegt wird dies mit einer Auflistung der nicht erreichten Meilensteine in der nahe zurückliegenden Vergangenheit.

Die Kritik ist verständlich, schließlich geht es für die Bewerber um new gTLDs ums Geschäft. Und jede Verzögerung kostet letztlich zusätzliches Geld. Daher verlangt man Erklärung zu jedem einzelnen Punkt und sieht dabei die ICANN in der Pflicht diese abzuliefern; und zwar recht zügig, bis zum 09.01.2013.

20 vs. 100 new gTLDs? – NTAG verlangt Klarheit

sieht 100 new gTLDs pro Woche machbarDer wichtigste Punkt und wohl die eigentliche Frage die durch das Schreiben der new gTLDs Bewerbergemeinschaft beantwortet werden soll ist, wie es dazu kommt, dass die ICANN angibt lediglich rund 20 new gTLDs pro Woche bearbeiten und ins DomainNameSystem (DNS) einpflegen könne, während aus einer offenen Korrespondenz zwischen der IANA, der US-Telekommunikations- und Informationsbehörde (NTIA) sowie der Aktiengesellschaft VerSign Inc. (u.a. com-, .net-, .name-, .tv-Registrar) davon die Rede ist, dass rund 100 möglich und machbar wären. Stutzig macht hier vor allem der gewaltige Unterschied. Dies schreit gerade zu nach einer Erklärung, zumal die ICANN bei ihrer Angabe von nur 20 pro Woche, auch technische Gründe bei der Implementierung der new gTLDs im DNS-Root-System angibt.

Bleibt ICANN Herr des new gTLDs Verfahren?

Man darf gespannt sein auf die Antwort der ICANN, die ja dann spätestens am 09.01.2013 im Büro der new gTLDs Interessensvertretung einflattern sollte. – Und lachender Dritter könnten VeriSign sein, die dann in letzter Konsequenz, zur Beschleunigung der Verfahrens eingesetzt werden, was ein lukratives Geschäft zu werden verspricht. Zufall ist dies wohl nicht; bislang hat sich die ICANN bei dem Gedanken die Kontrolle über die letzte Phase des new gTLD-Projektes an Private abzugeben nicht so recht anfreunden können. Und dies aus guten Gründen! Doch mit zunehmenden Druck ist wohl nur allzu wahrscheinlich, dass die ICANN einknicken wird. – Schließlich hat man das Netz durch das new gTLDs Programm quasi bereits an die private Wirtschaft verhökert, steht in der Pflicht und muss vor allen Dingen endlich anfangen zu liefern. Sonst könnte es ungemütlich werden für die globale Internet-Verwaltungs-Organisation ICANN.

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Update 14.01.2012

Bislang hat die ICANN noch nicht reagiert (zumindest nicht öffentlich). Ob die new gTLDs Vereinigung eine persönliche Antwort erhalten hat ist nicht bekannt!

nTLD-Bewerbungen – Kommentarfunktion geschlossen, Arbeit beginnt

Nach dem Schließen des Kommentarfenster zu nTLD-Bewerbung, beginnt die Nachlese langsam Fahrt auf zu nehmen. Nimmt man die zahlreichen Kommentare ernst (so sollte es sein) und setzt sich mit diesen gründlich auseinander, dürfte so manch eine nTLD-Bewerbung wohl niemals über den Status der nTLD-Bewerbungen hinaus kommen.

Nachdem die ICANN das Kommentarfenster zu nTLD-Bewerbungen um zusätzliche 60 Tage verlängert hat, ist die Möglichkeit für jeden seine Meinung und Kritik in Form eines Kommentars zu den einzelnen nTLD-Bewerbungen zu posten nun passé. Seit dem 26. September sind keine Kommentare, zumindest von der breiten Öffentlichkeit mehr , mehr möglich. Eine Tatsache die die ICANN und vieler Unternehmen die ihre nTLD-Bewerbungen eingereicht haben begrüßen dürften. Denn, dass der ICANN und einzelnen nTLD-Bewerbungen dann so viel Kritik, die in Kommentarform für die Ewigkeit und jeden einsehbar verewigt, entgegenweht, damit hat wohl kaum jemand gerechnet; beziehungsweise wollte vielmehr vorher keiner rechnen.

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Wie umgehen mit Kommentaren zu nTLD-Bewerbung?

Das es Kritik geben würde rund um einzelne nTLD-Bewerbungen war eigentlich klar und hat sich schon im Vorhinein abgezeichnet. Genauso wie sich nun abzeichnet, dass der gerade neu veröffentlichte Zeitplan (link) wohl erneut wieder über den Haufen geworfen werden muss. – Alles andere als eine verzögerte Abarbeitung der nTLD-Bewerbungen aufgrund von Kommentaren die zumindest gesichtet und bewertet werden müssen, würde verwundern.

Die Gretchenfrage die es jetzt Seitens der ICANN hinsichtlich der zahlreich kommentierten nTLD-Bewerbung zu beantworten gilt ist wohl, wie die ICANN nun mit diesen umgeht. Auch könnten gerichtliche Auseinandersetzungen zwischen Bewerbern und Kritikern sowie Mitkonkurrenten auf dem Markt und auch um ein und dieselbe nTLD.

nTLD-Bewerbungen – Applicants Guidebook unbrauchbar?

Es zeigt sich dass trotz aller Bemühungen nTLD-Bewerbungen durch das Applications Guidebook, dem Bewerberhandbuch der ICANN wasserdicht zu machen nicht zieht. Das Applicants Guidebook der ICANN ist zwar nicht komplett unbrauchbar aber zumindest verfehlt es das eigentliche Ziel. Letztlich ist dieses nur zu einem Ausschuss-Kriterium verkommen, das nicht mehr als eine erste Hürde darstellt und nicht wie geplant als Grundlage zu einer schnellen Bewertung taugt um dann die nTLD-Bewerbungen geprüft und für tauglich befunden durch winken zu können. Eigentlich ein netter Gedanke aber mindestens genauso naiv.

Zumal auch einige, und dies von allen Seiten, sei es die Konkurrenz, diejenigen die nTLD-Bewerbungen eingereicht haben und abgelehnt wurden oder deren nTLD-Bewerbungen im abschließenden Bietergefecht unterlegen waren, einzelne Staaten und Interessensgruppen, den Gang bis vor den Kadi nicht scheuen werden. Dies könnte und wird zusätzliche, nicht eingeplante Zeit und Ressourcen erfordern; sprich: es wird sich wohl noch was hinziehen bis nTLD-Bewerbungen zu Fixpunkten im DNS geworden sind und angesurft werden können.

nTLD-Bewerbungen – nicht alle Kommentare nachvollziehbar

Sind hier einige kritischen Einlassungen in Kommentarform unter den nTLD-Bewerbungen durchaus nachvoll ziehbar, sind andere recht zweifelhaft und wirken eher als Vorwand um die Konkurrenz auszuschalten. Schließlich geht es um Milliarden und da hört in der Geschäftswelt bekanntlich jeder gute Umgang miteinander auf. Da wird verwirrt, getrickst, getäuscht. Unter dem Einsatz aller Möglichkeiten. Eine geschickt agierende PR-Abteilung kann da einiges möglich machen um ein gewünschtes Ergebnis zu erzielen.

Nachdem zahlreiche Unternehmen die Einführung neuer ToPLevelDomains weitestgehend ignoriert haben oder zumindest den Eindruck erweckt haben sich nicht für die eingereichten nTLD-Bewerbungen zu interessieren, wird nun beklagt dass einige eingereichte nTLD-Bewerbungen wie ein Begriffs- und somit Suchwortmonopol wirken könnten. Dem ist wohl auch so: Wenn sich amazon beispielsweise bei der nTLD-Bewerbung um .books durchsetzt, hat der Web-Gigant amazon ein Exklusivrecht die Endung und somit in gewisser Weise auch auf den Begriff „Books“.

Gegenwind für Corporate nTLDs aus US-Staat Delaware

Der Staatssekretär des US-Bundesstaat Jeff Bullock nutzt die öffentliche Kommentierungsfrist des ICANN newTopLevelDomains (nTLDs)-Programm um seine Bedenken zu nTLDs, die Unternehmensbezeichnungen und, oder Gesellschaftsformen von Unternehmen zum Gegenstand haben. nTLDs wie .Inc, .Corp, .Ltd  et cetera müssten, so diese nTLDs wirklich genehmigt werden, müssten mit ausreichend Restriktionen belegt werden, damit die Corporate nTLDs nicht missbräuchliche Verwendung erfahren werden.

Bewerbungen zu Corporate nTLDs zu wage

Der US-Staatssekretär des US-Bundesstaates Delaware, an der Ostküste der USA gelegen, führt aus, dass keiner der umworbenen Corporate nTLDs von ihren Bewerbern vollständig und zu genüge durchdacht seien. So seien die Pläne die der ICANN zu den einzelnen Corporate nTLDs von den Bewerbern vorgelegt allesamt viel zu wage und vor Allen Dingen viel zu wenig transparent sei.

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Bullock stellt heraus dass es bislang kein schlüssiges und überzeugende Sicherheitssystem gäbe, dass einen Rechtsschutz gemäß des Markenschutzes gewährleistet. Dieses fehlen von Sicherheitsstandards bei den Bewerbungen auf Corporate nTLDs, öffne Betrügern und Kriminellen Tor und Tür. Schließlich hat die Öffentlichkeit zu Recht Vertrauen und weiß wo sie dran ist (z.b. bei Haftungsfragen, Unternehmensform…) in Unternehmensbezeichnungen  wie llc, corporate, llp, Inc sarl srl oder auch die deutsche GmbH (Insgesamt sind es mehrere Dutzend Bewerbungen auf Corporate nTLDs). Ohne Sicherheitskonzept was wasserdicht ist, wäre es für jeden möglich eine solche Corporate nTLDs zu registrieren, was den Anschein erwecken würde, dass es sich bei dem Anbieter der sich unter einer Corporate nTLDs registriert um ein eingetragenes Unternehmen handelt, was es im Zweifel gar nicht ist.

Betrugsmöglichkeiten mit Corporate nTLDs verhindern!

Es ist bereits die zweite Stellungnahme des US-Staatssekretär. Bereits im März warnte er vor den möglichen Gefahren und mahnte an, dass es ein Sicherheitskonzept für jede der Corporate nTLDs geben müsse um Verbraucher, seriöse Unternehmen, die staatlichen Regulierungsbehörden und nicht zuletzt die gesamte Öffentlichkeit im und außerhalb des Internets vor Betrug und Irreführung mit kriminellen Hintergedanke ausreichend schützt.

Da bis heute keine der vorliegenden Corporate nTLDs Bewerbungen ein solches Sicherheitssystem mit genügend Einschränkungen wer und was registriert werden darf beinhalten, solle die ICANN am besten keine der Bewerbungen auf Corporate nTLDs genehmigen. Nur so sei ausreichender Schutz vor Lug und Trug zu gewährleisten und Markt und Wettbewerb würde keinen Gefahren ausgesetzt sein.

Was nun mit Corporate nTDLs ICANN?

Wie die ICANN nun reagiert bleibt abzuwarten. Mutmaßlich werden die Bewerber um eine Corporate nTLDs wohl dazu angehalten ein Konzept einer Sicherheitsarchitektur die Missbrauch und kriminelle Absichten zumindest weitestgehend verhindert. Das letzte Wort ist hier noch lange nicht gesprochen, zumal sich die Bewerber um eine der Corporate nTLDs auch auf die Bewerbungsanforderungen des ICANN Applicants-Guide-Book berufen, deren Anforderungen man erfüllt habe.

newTLD Programm: Pleiten, Pech und Pannen

Wenn auch schon immer nicht gerade offen für Kritik und/oder Verbesserungsvorschläge in Sachen newTLD Programm aber auch schier endlosen weiteren Punkten und darüber hinaus ghäufiger schon dem Vorwurf des interenes Postenverscharern ausgesetzt, hat die ICANN in den so wichtigen ersten Jahren des Internets einen guten insgesamt guten und zufriedenstellednen Job gemacht. Schließlich hat sich unter der Führung der ICANN das Netz zu dem Informationmedium und -netzwerk überhaupt entwickelt und ist zu einem wichtigen Faktor in sämtlichn Bereichen des Lebens geworden.

Ein Leben ohne das Internet so wie wir es kennen scheint kaum mehr möglich – und die ICANN ist und war hier federführend bei dem Aufbau der unverzichtbaren und nötigen Infrastruktur des Webs und ist dies weiterhin im Rahmen des newTLD Programm.

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Kritik zu newTLD Programm und generell

Das Logo der ICANN (Herr des newTLD Programm) Einst als unabhängige Weltregierung des Internets gefeiert; mit Vorbild/Modellcharakter in Sachen “Weltregierung” – transparent, über Staatsgrenzen hinweg agierend und von Allen anerkannt als “Verwalter/ordnende Hand des globalen Netzewekes Internet” – als Non-Profit Organisation keinen Gewinnbestrebungen verpflichtet; – so auch nie/ keinerlei Zweifel an Berechtigung und Handeln der Icann, geschweige denn irgendwelchen länger aufrecht zu erhaltenen, massiveren Koruptuionsvorwürfen ausgesetzt.
Spätestens mit Start der jüngsten und sich gerade in der Umsetzung befindende DNS-Erweiterung ist die ICANN von vielen Seiten Kritik ausgesetzt. Unverstädnis und harsche Kritik was Entscheidugen der ICANN, die stest verbindlich sind und enorme Tagweite haben, bezüglich dem newTLD Programm an sich, der Planung, Ausführung und Durchführung kommt von allen allen irgendwie betroffenen. Doch die ICANN scheint sich ihrer jahrelang, scheinbar unbemerkt von Allen, angehäufter Macht mehr denn je bewußt zu sein und schaut wenig nach links oder rechts, sondern agiert wie es ihr beliebt.

Rund läuft nahezu nichts beim newTLD Programm

Dabei läuft noch nicht mal alles glatt: An der Spitze werden wichtige Posten kurzfristig und ohne eingehendere Begründung neu besetzt und seit dem Start des newTLD Programm kommt es immer wieder zu peinlichen Pannen im Ablauf. Ob technische Unwägbarkeiten mit dem System, Hacks und selbst verschuldete Bugs, die Liste der Pannen die sich seit Start des Programms ereignet haben ist lang und wird einer Organisation, die immerhin nichts unbedeutenderes als das längst unverzichtbar gewordene Internet zu verwalten und dessen funktionierende Infrastruktur zu gewährleisten nicht mehr gerecht.
…die Pannenserie aufgelistet hat der domincite-Blog.

Darüber hinaus hat die ICANN auch ob des Vorwurfes in keinster Weise mehr eine Non-Profit Organisation zu sein, auf breiter Front an Vertrauen verloren. Angefangen bei den Gebühren von 185.000 US-$, die ein Bewerber um eine neue TLD alleine für das Einreichen der Unterlagen einreichen musste, ohne sicher gehen zu können letztlich auch den Zuschlag für die gewünschte oder eine dazu alternative Endung zu erhalten. Die ICANN behält sich hier die Beurteilung, ob eine Bewerbung die Vorraussetzungen erfüllt, vor. Zwar hat man mit dem Applicant Guidebook, das seit 2007 in zahlreich veränderten Fassungen herausgegeben wurde die nötigen Vorraussetzungen und einzureichenden Unterlagen aufgeführt, doch ob, wann, was, wofür ausreicht, darüber entscheidet die ICANN vollkommen autark. Die ICANN ist und bleibt stets Herr des newTLD Programm und hat die letztendliche Entscheidungshoheit.

Will sich die ICANN mit newTLD Programm bereichern?

Noch unverständlicher wirkt das Prodzedere bei genehmigten Mehrfachbewerbungen im Rahmen des newTLD Programm, die schließlich um die Zuteilung streiten werden. Können die Bewerbungsgebühren noch irgendwie, wenn auch anhand fragwürdig aufgeführter Kosten begründet und nachvollzogen werden, so ist das Verfahren der Veresteigerung an den im Endeffekt höchtbietenden Bewerber um eine der neuen TLDs höchst fragwürdig. Zumal der bei einer Versteigerung abgerufener Betrag eins zu eins in die Kasse der ICANN geht, die außer die Versteigerung zu organisieren, hier keine Aufwendungen die irgendwie entloht werden müssten. Hier scheint klar, dass die ICANN das newTLD Programm auch dazu nutzen will abzukassieren. Bei über 100 Mehrfachbewerbungen, die wenn geprüft und zugelassen zu Gunsten der ICANN versteigert werden, wird wohl ein beträchtliches Sümmchen bei herausspringen; zumal mit Amazon, google und weiteren großen TLD-Investment-Fonds, zahlreiche finanzstarke, konkurrierende Bieter und potenzielle Betreiber neuer TLDs mit von der Partie sind. Was mit dem Erlös geschiet, darüber gibt die ICANN keine Auskunft außer das es zum erfüllen der eigenen, aktuell und zukünftigen Aufgaben dienen soll. – Mutmaßlich wird sich wohl
Versteigerung hat aber auch positive Effektedie ICANN Führungsrige zu aller erst einmal, für die erfolgreiche Durchführung und Einführung der nTLDs, selbst zusätzlich belohnen.

Immerhin schafft dies eine gewisse Gewissheit darüber, dass die ICANN keinen der Bewerber unzulässig bspw. durch das Zahlen von Schmiergeldern, bevorzugen könnte. Schließlich profitiert die ICANN von den zu erwartenden Bietgefechten selbst am meisten, da wäre eine Bevorzugung aus welchen Gründen auch immer, schon aus rein ökonomische Erwägungen herraus vollkommen unsinnig.
Profitieren werden neben der ICANN diejenigen Bewerber die sich auf das meiste Kapital stützen können. Der höchstbietende Bewerber bekommt den Zuschlag, was letztlich ein klarer Nachteil ist für Bewerber die sich auf einen weniger großen Kapitalstock berufen können, obwohl sie unter Umstädnen das für die Allgemeinheit zweckmäßigere Geschäftsmodell vorweisen können. Bedenkt man das Internetgiganten wie Amazon oder google für dreistellige millionenbeträge Unternehmen aufkaufen um zu wachsen und die eigene marktbeherschende Stellung zu festigen, auszubauen oder auch nur um sich einen unliebsamen Konkurrenten durch Übernahme und Zerschlagung vom Leibe zu halten, ist nicht davon auszugehen, dass im Zweifel “freiwillig” auf eine endung verzichtet wird und sich geeinigt wird. Vielleicht einigen sich die Großen noch unterienander, doch kleinere Initiativen und Bewerber dürften keine Chance haben am Ende des Tages (des newTLD Programm) mit der gewünschten nTLD dar zustehen.

newTLD Programm – Verkauf des Webs an google, Amazon & Co.?

newTLD Programm Massenbewerber donuts amazon google

So verkauft die ICANN nicht nur sich und ihren alles in allem bis dato ganz guten Ruf, sondern auch das Internet als freie, unabhängige Institution. An ohnehin bereits markrtbeherschende Oligopolisten und, noch viel schlimmer, an Finanzinvestoren die sich einzig dem Ziel des Geldvermehren verpflichtet fühlen. Amazon, google und Donuts Inc. sind hier die big Player im Run um die nTLDs. Das Internet wird sich durch das newTLD Programm daher wohl nicht nur erweitern, es wird auch noch ein Stück weiter als bislang ohnehin schon kommerzialisiert, und dies von ganz unten.

Ob das newTLD Programm zweckmäßig ist oder nicht, darum geht es schon lange nicht mehr. Auch nicht darum das Netz zu stärken oder einer Adressenknappheit Herr zu werden. Mehr und mehr verkommt das Internet, das einst mit dem hären Zielen online gegangen ist die Welt zu verändern, zu verbessern, etc., zu einem bloßem Wirtschaftsgut, das nun mehr und mehr, wie jedes andere, dem Streben nach Gewinnmaximierung und Dividende unterliegt. – Es geht wohl beim newTLD Programm schlicht weg ums Geld verdienen, vermehren und darum sich das Netz einzuverlaiben um noch mehr Kapital daraus zu schlagen. Das im und mit dem Internet Geld verdient werden soll ist nicht weiter verwerflich; das wurde und wird es bis heute auch. Aber das nun Teile der Infrastruktur an den meistbietnsten verhökert werden, kann und will der Idee des Internets als freies, für alle zugängliches Informationsmedium, dass sich inhaltlich und gestalterisch selbst, durch ein, wie auf allen anderen Märkten auch (Marktgleichgewicht), marktorientieretes Verhältnis von Informationsanbietern und -abnehmern lenkt und niemandem gehört, wird demnächst Geschichte sein. Wie sich das Netz zukünftig ausgestalten und weiter entwickeln wird, scheint nun in den Händen von nach Gewinn und Erträgen strebenden Unternehmen und Investoren zu liegen. Das Internet als basisdemokratisches und anarchistische Idee wird in der Versenkung verschwinde; auch dank des newTLD Programm; zum Vorteil für die breite Masse kann und wird dies nicht sein.

was bleibt… – ?

Letztlich ist die ICANN also gerade dabei die Vision des Netzes, die eigene Institution, das Internet, seine Nutzer und somit uns alle an die Höchstbietenden zu verkaufen. Und damit einhergehend auch die Hoffnung die das Internet bei vielen weckt und geweckt hat, unsere zusehends nach Legitimation suchenden Demokratien durch mehr Teilhabe des Einzelnen, wie beseipielsweise durch das Konzept einer E- oder Cyberdemokratien rundzuerneuern und auf eine noch breitere Basis der Akzeptanz zu stellen. In einem allzu stark kommerzielaisierten Web ist dies wohl kaum mehr möglich und die Vison wird edngültig zu einer Utopie. Und man darf darüber hinaus mutmaßen, dass die ICANN auch in Zukunft noch das ein oder andere newTLD Programm aufsetzten wird, schließlich erweist sich selbiges gerade als äußerst erträgliche und lukrative Einnahmequelle.

geoTLD .bayern: Kritik am Vergabeverfahren

Anfang nächsten Jahres wird wohl auch der Freistaat Bayern eine eigene TopLevelDomain (TLD) haben. Zu erreichen ist der Freistaat dann unter der geografischen TLD (geoTLD) .bayern. Im Vorfeld wurde heftig über die Vergabepraxis debattiert. Die Ausschreibung des flächenmäßig größten Bundeslandes zum Betrieb der neuen geoTLD .bayern sorgte für mehr als nur Irritationen.

gruene kritik zu geotld .bayernDas Rennen um die neuen TopLevelDomains (nTLDs) geht in die Endphase. Ursprünglich für Ende April 2012 geplant, wollte die ICANN die Ergebnisse aus dem Bewerberverfahren offiziell offen legen und die Welt sollte erfahren, welche neuen Domainendungen künftig angesurft werden können.
 Letztlich hat es bis in den Juni hinein gedauert bis Gewissheit das Verfahren zur Bewerbung geendet hat.

Seit dem ist es offiziell: ab demnächst wird es wohl auch eine .bayern geoTLD geben. Be- und Vertrieben soll .bayern dann von einem privaten Unternehmen. Die Bayern Connect GmbH konnte die Ausschreibung der bayrischen Staatsregierung gegen nur einen Mitbewerber, der Punktbayern GmbH, für sich entscheiden. Ein wohl sehr lukratives Geschäft für Bayern Connect, schließlich umfasst die neue geoTLD .bayern ein Gebiet mit über zwölf Millionen Einwohnern und einem entsprechendem Potential auf der Nachfrageseite.

Der künftige .bayern-Betreiber ist eine Tochter der international tätigen und an der Londoner Börse notierten Holding-Gesellschaft TLDH, die sich mit weiteren Tochtergesellschaften auch um die Vergabe für Rom, Berlin und New York bemüht und die von Ex-ICANN CEO Peter Dengate geleitet wird. Auch die Bewerbung um die TLD .nrw wird von einer TLDH-Tochter durchgeführt.

Versteigerungspraxis der geoTLD .bayern im Kreuzfeuer

Doch bereits vor der offiziellen Verkündung der .bayern geoTLD durch die ICANN, muss die Bayern Connect GmbH herbe Kritik einstecken. So sorgt die Ankündigung des Bayern Connect Geschäftsführer Caspar von Veltheim in einem BR-Interview, „einzelne Domains unterhalb von .bayern, also zum Beispiel hotel.bayern, (…) im Falle mehrerer Bewerber “diskriminierungsfrei” zu vergeben – indem man sie versteigere.“ für harsche Misstöne.
Ein viel kritisiertes Szenario, was aber mit Sicherheit so eintreten wird. Schließlich liegen alleine United Domains 23.000 Vorbestellungen vor, was zeigt, dass .bayern angenommen wird und somit auch für Domain-Investments interessant wird, die dafür sorgen werden, dass bei den Versteigerungen ein beträchtliches Sümmchen herausspringen wird.

Grüne Gote: geoTLD .bayern-Bewerber “zwielichtig” & “dubios”

Weiter heftige Kritik hagelt es derweil von der Grünen-Abgeordneten Ulrike Gote. Sie kritisiert neben der fehlender Transparenz im Rahmen des Ausschreibungsverfahren, dass die Holding ihren Sitz auf den als Steuerparadies geltenden Jungferninseln hat.
Hinzu kommen Zweifel an der Selbstdarstellung von Bayern Connet als gemeinnütziger Verein, da Bayern Connet auf der Internetseite verkünde man wolle die Domains zu marktüblichen Preisen verkaufen. – Für Gote ein klarer Widerspruch!
Auch dass die Bayern Connect GmbH das nötige Know-how besitzt bezweifelt die Abgeordnete. Mit Antony van Couvering, der sich zu den Gründungsmitgliedern der ICANN zählen darf, hat die Unternehmung jedoch eine echte Kapazität auf der obersten Führungsebene, was jegliche Fragen nach Kompetenzen beantworten sollte.

„Der Verdacht, dass ein großer Konzern sich verschiedene Lizenzen zusammenkauft und das ganze Portfolio dann weiterverhökert”, wird aus dem bayrischen Finanzsekretariat damit abgeschmettert, dass alle möglichen Risiken diesbezüglich ausgeschlossen seien und der Freistaat Bayern darüber hinaus, dank klar definierter Vertragsbedingungen, zu genüge abgesichert sei. Außerdem habe das größte Bundesland rechtlich vollen Zugriff auf die Bayern Connect GmbH (und somit auch auf die eigene .bayern geoTLD, da diese auch mit einen Firmensitz in München vertreten sei.
 Das Land Bayern habe letztlich die oberster Verfügungsgewalt über .bayern geoTLD und dank einer (Anmerk.: in der Höhe leider unbekannten) Umsatzbeteiligung wird das “bayrische Staatssäckel” zusätzlich gefüllt. Da freut sich doch der Bayer an sich und vor allen Dingen der Herr über die Kasse des Freistaates Söder.